Verkehrsberuhigung? Nein, danke

Eigentlich war alles klar: Ab Frühjahr kommenden Jahres soll die Ortsdurchfahrt Binsfeld saniert und so gestaltet werden, dass Autos und Lastwagen dort langsamer fahren müssen. Doch es könnte anders kommen. Anlieger wehren sich gegen die Pläne. Der Gemeinderat wird nun erneut über das Vorhaben beraten.

Binsfeld. Mitten durch Binsfeld führt die B 50, auf der täglich etwa 4000 PKW und 400 Lastwagen unterwegs sind. Seit vielen Jahren fordern Bürger, die Straße verkehrsberuhigt zu gestalten. Im Juli hatte der Landesbetrieb Mobilität (LBM) entsprechende Pläne auf einer Bürgerversammlung vorgestellt.Kritische Stimmen


Damals gab es bereits einige kritische Stimmen, doch nun haben sich die Gegner formiert. Günther Schnur, der im Ortskern eine Bäckerei betreibt, hat Unterschriften gegen das Projekt gesammelt. 49 Anlieger der zwei betroffenen Straßen - der Wittlicher Straße und der Neustraße - haben unterschrieben. Die Liste hat Schnur Ortsbürgermeister Walter Faber überreicht. Die Gegner des Straßenausbaus nennen mehrere Gründe: Der Verkehrsfluss werde gehemmt, was mehr Lärm und Abgase mit sich bringe. Die Lastwagen würden auf die Bürgersteige ausweichen und die auf der Straße geplanten Pflanzbeete mit der Zeit verwahrlosen.
Außerdem kämen auf die Anlieger unnötige finanzielle Belastungen in Form von Gebühren zu. Schnur: "Ich müsste rund 2000 Euro zahlen. Das kann ich verkraften. Aber es gibt Anlieger mit großen Grundstücken, die mehr zahlen müssen und das Geld kaum aufbringen können."
Wesentlich ist für Schnur aber ein anderes Argument: Während der Bauphase - er rechnet mit 18 Monaten - verwandle sich der Ortskern in eine große Baustelle, die Durchfahrtsstraße müsste zeitweise voll gesperrt werden. Schnur: "Das bringt den Geschäften enorme Umsatzeinbußen. Betroffen seien neben seinem Betrieb noch die Metzgerei, ein Lebensmittelgeschäft, ein Blumenladen, eine Autowerkstatt und zwei Kosmetikstudios.
Walter Faber, seit 2009 Ortschef von Binsfeld, weist darauf hin, dass eine Verkehrsberuhigung bereits vor seiner Amtszeit gewünscht wurde.Straßenbreite wird reduziert


Die jetzt von der Behörde vorgelegte Planung sieht unter anderem vor, durch bauliche Änderungen die mit acht Metern ungewöhnlich breite ehemalige Militärstraße auf 6,50 Meter zu verengen. Der Gehweg soll verbreitert werden, versetzt angelegte Pflanzbeete sollen für ein langsameres Fahren sorgen. Im Bereich der Metzgerei ist eine Überquerungshilfe vorgesehen, die auch für Menschen mit Rollator und für Kinderwagen geeignet ist.
Zu den Bedenken der Anlieger sagt Faber: "Wir werden uns im Rat zunächst in einer Arbeitssitzung mit den Argumenten der Gegner befassen. Der Gemeinderat wird dann Ende September oder Anfang Oktober einen Beschluss fassen." win