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Verkehrsbilanz: Zehn Menschen sterben

Wittlich/Morbach/Schweich. Im Kreis Bernkastel-Wittlich hat es 2016 mehr Unfälle gegeben als im Vorjahr. Oft sind junge Menschen darin verwickelt. Sebastian Grauer

Auf den Straßen im Kreis Bernkastel-Wittlich gibt es in 2016 mehr Unfälle, als das noch 2015 der Fall war. Insgesamt hat es rund 4500 Mal gekracht, rund 70 Mal mehr als im vergangenen Jahr. Auch die Zahl der Unfälle mit Schwerverletzten steigt leicht. Das geht aus den Verkehrsunfallbilanzen der Polizeiinspektionen (PI) Morbach, Wittlich, Bernkastel-Kues sowie der Autobahnpolizei Schweich hervor.

Morbach: Im Jahr 2016 wurden bei der Polizeiinspektion Morbach 748 Verkehrsunfälle aufgenommen. Das ist im Vergleich zum Vorjahr ein Anstieg um 55 Unfälle. Darunter sind drei Tote, genau so viele wie im Vorjahr. Die Anzahl der Verletzten stieg um 12 auf 85 Fälle. Darunter 53 Leicht- und 29 Schwerverletzte. Als Hauptursache für die Unfälle geben die Beamten zu hohe Geschwindigkeit (101 Fälle), missglückte Fahrmanöver beim Abbiegen und Wenden (119 Fälle) sowie nicht eingehaltenen Abstand (80 Fälle) an. Außerdem habe sich die Anzahl der Wildunfälle um 16 auf 335 erhöht. Sie machen den Löwenanteil der Unfälle im Bereich der PI Morbach aus. Besonders häufig in Unfälle verwickelt seien junge Fahrer im Alter von 18 bis 24 Jahren.

Sie waren an 145 Unfällen beteiligt. Dabei habe es 22 Verletzte gegeben. Wittlich: Die Polizeibeamten der PI in Wittlich verzeichnen 2016 insgesamt 1810 Unfälle. Das sind 74 Unfälle mehr als noch 2015. Darunter sind keine Todesopfer, 2015 waren es noch drei. Die Anzahl der Verletzten stieg um 15 auf 260 Fälle. Darunter 53 Schwer- und 205 Leichtverletzte. Als Hauptursache geben die Beamten der PI Wittlich ebenfalls missglückte Fahrmanöver wie beispielsweise Abbiegen, Einparken und Wenden (441 Fälle), nicht eingehaltenen Abstand (365 Fälle) und zu hohe Geschwindigkeit (164 Fälle) an.
Die Anzahl der Wildunfälle liegt bei 488. Sie machen wie im Bereich der PI Morbach den Löwenanteil der Unfälle auch im Bereich der PI Wittlich aus. Außerdem ist die Zahl der Unfälle, in denen junge Fahrer verwickelt waren, 2016 auch in Wittlich leicht auf 456 gestiegen. Insgesamt wurden hierbei 56 Menschen verletzt. Häufige Ursache sei bei dieser Zielgruppe eine überhöhte Geschwindigkeit (65 Fälle).

Autobahnpolizei Schweich: Auch im Bereich der Autobahnpolizei Schweich gibt es 2016 mehr Unfälle als 2015. Die Zahl steigt um zwei Prozent auf 964 Unfälle im Jahr 2016. Dabei verloren vier Menschen ihr Leben, zwei mehr als noch 2015 (Die Zuständigkeit der Polizeistation geht über die Kreisgrenzen hinaus, deshalb sind darunter auch Unfälle außerhalb verzeichnet). Insgesamt wurden bei den Unfällen im Zuständigkeitsbereich der Autobahnpolizei 197 Menschen verletzt. Das sind 29 mehr als noch 2015. Darunter 35 Schwer- und 162 Leichtverletzte. Als Hauptunfallursache nennt die Polizei eine überhöhte Geschwindigkeit (306 Fälle), einen zu geringen Abstand (104 Fälle) und mangelhaft gesicherte Ladung (64 Fälle). Auch jüngere Menschen im Alter von 18 bis 24 Jahren würden öfter in Unfälle verwickelt als andere. Insgesamt seien Menschen aus dieser Zielgruppe an 174 Unfällen beteiligt gewesen. Wildunfälle habe es rund 190 gegeben.

Bernkastel-Kues: In dem Zuständigkeitsbereich gab es 2016 1013 Unfälle.
Das sind 30 weniger als noch 2015. Dennoch kamen dabei drei Menschen ums Leben, zwei mehr als noch 2015. Verletzt wurden insgesamt 119 Menschen. Als Hauptunfallursache nennt die Polizei an der Mosel ebenfalls Fehler beim Abbiegen, Wenden und Rückwärtsfahren (202 Fälle), mangelnder Abstand (216 Fälle), zu schnelle Geschwindigkeit und Vorfahrtsmissachtungen (66 Fälle). Die Wildunfälle liegen mit 312 Stück weiter auf einem hohen Niveau.

Zell: Die Polizei in Zell zählt 2016 981 Unfälle. Das sind 35 weniger als 2015. Dabei verlor ein Mensch sein Leben. Insgesamt wurden 86 Menschen bei Unfällen verletzt. Darunter 35 Schwer- und 77 Leichtverletzte. Als Hauptursache für die Unfälle gibt die Polizei in Zell fehlenden Abstand (228 Fälle), Fehler beim Abbiegen (173 Fälle) und nicht angepasste Geschwindigkeit (79 Fälle) an. Die Wildunfälle machen auch in Zell fast die Hälfte alle Unfälle aus. Hierbei gebe es selten Verletzte, jedoch hohe Sachschäden. Der liegt im Jahresdurchschnitt bei etwa 500?000 Euro.
WEITERHIN VIELE
MOTORRADUNFÄLLE

In den Bereichen der Polizeiinspektionen Morbach, Wittlich und Bernkastel-Kues kam es auch 2016 wieder zu vielen Motorradunfällen. In Bernkastel-Kues sind diese nach Angaben der Polizei 2016 zurückgegangen. An der Mosel gab es in 2016 22 Motorradunfälle. Dabei starb ein Fahrer, und 23 wurden verletzt. Axel Schnitzius von der Polizei in Bernkastel-Kues erklärt sich den Rückgang durch das schlechte Wetter. Wegen Regens hätte die Saison erst später begonnen. Auch im Bereich der PI Morbach kam es zu 18 Unfällen mit Motorrädern. Dabei wurden sechs Fahrer schwer und elf leicht verletzt.
Im Bereich der PI Wittlich kam es zu 69 Unfällen, 20 mehr als 2015. Dabei wurden 32 Menschen leicht und etwa 17 schwer verletzt. Die PI Zell protokoliert 2016 23 Motorradunfälle. Dabei verletzten sich 10 Fahrer schwer und 13 leicht.