Verkehrsprobleme in Bernkastel-Kues: Geschäftsleute sind verärgert

Baustellen und schwierige Zufahrten : Verkehrsprobleme in Bernkastel-Kues – Geschäftsleute sind verärgert

Baustellen und schwierige Zufahrten sorgen in Bernkastel-Kues für Verdruss. Geschäftsleute melden sich beim TV und erläutern ihre Probleme.

Die Verkehrssituation wird auf lange Sicht in Bernkastel-Kues schwierig bleiben. Die Sperrung des Burgbergtunnels, Straßenbaumaßnahmen im Hunsrück und die Sanierung der Cusanusstraße im nächsten Jahr, die drei Jahre dauern wird, werden für langfristige Umleitungen und möglicherweise Staus sorgen (der TV berichtete am 24. Mai).

Patrick Nau, Inhaber des Restaurants auf der Burg Landshut, hat sich beim Volksfreund gemeldet und seinem Ärger Luft gemacht. Das Restaurant ist derzeit nur auf Umwegen zu erreichen. Nau: „Das ist ein immenser Einschnitt in unser Geschäft. Wir haben einen Umsatz-Verlust von 40 Prozent im vergangenen Jahr zu verzeichnen und haben ganz viele ungehaltene Gäste, die verärgert sind und sich veräppelt vorkommen. Diesen Ärger kriegen wir als Mitarbeiter ab.“ Der Ärger, über den Nau spricht, ist die schlechte Erreichbarkeit des Restaurants und eine aus seiner Sicht nicht ausreichende Beschilderung. Der normale Weg dorthin würde über den Burgbergtunnel führen. Aber der ist geschlossen, Deshalb müssen die Gäste einen Umweg in Kauf nehmen. Aber nicht nur das: „Wir haben seit 2017 geöffnet, und es gibt immer noch keine ausreichende Beschilderung,“ ergänzt Nau. Die Zufahrt sei derzeit nur durch die Altstadt von Bernkastel möglich.

Nau kann nicht nachvollziehen, warum der Verkehr während der Sperrung nicht wieder durch die Altstadt fließen kann. „Bis 1998 gab es keinen Tunnel. Da ist doch der gesamte Verkehr durch die Stadt gefahren, auch alle, die in den Hunsrück mussten,“ sagt Nau.

Auch die Sperrung der Cusanus­straße im nächsten Jahr sei problematisch: „Ich glaube, die Stadt weiß noch gar nicht, was da auf sie zukommt. Ich kenne jetzt schon einige Hunsrücker, die wegen der aktuellen Sperrung nach Morbach zum Einkaufen fahren. Wenn dann erst der Hochmoselübergang aufgemacht wird, fahren die gar nicht mehr über Bernkastel-Kues. Dann bleibt deren Kaufkraft in Wittlich oder in Morbach.“

Markus Petereit, Inhaber des Edekamarktes an der Cusanusstraße in Kues, hat ähnliche Bedenken: „Wir machen uns natürlich Sorgen, wenn die Straße drei Jahre lang bebaut wird, dass unsere Kunden uns nicht mehr aufsuchen und zur Konkurrenz gehen.“

Bereits die Sperrung des Burgbergtunnels habe sein Geschäft zwei Prozent Umsatz gekostet. „Das war noch erträglich, aber die Cusanusstraße ist unsere Lebensader,“ sagt Petereit.

Immerhin verfüge der Edekamarkt über zwei Zuwegungen: die Cusanusstraße und die Friedrichstraße. Petereit: „Wir wären daher froh, wenn die Friedrichstraße zweispurig befahrbar bliebe, aber das ist noch nicht geklärt. Unsere Stammkunden finden uns in der Regel, aber wir sind auch auf Touristen angewiesen. Diese könnten dann ausbleiben. Immerhin haben wir die Post jetzt im Haus, das bringt auch Laufkundschaft.“ Für Petereit ist es entscheidend, dass der Forumsplatz während der Sperrung auch als Parkplatz genutzt werden kann: „Wenn sich die Parksituation wegen der Baumaßnahme verschärft, sind wir darauf angewiesen.“ Bei stärkerem Parkdruck bliebe Kundschaft aus. Das zeige sich jedes Jahr beim Weinfest, einer umsatzschwachen Zeit, obwohl man eigentlich mit mehr Umsatz rechnen könnte.

Sowohl die Stadtverwaltung als auch der Bernkastel-Kueser Werbekreis setzen besonders im Fall der Sperrung der Cusanusstraße auf eine frühzeitige Informationskampagne. Das hat Frank Hoffmann, Vorsitzender des Werbekreises dem TV bestätigt (der TV berichtete).

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