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Vermisstenfälle in Rheinland-Pfalz: Die meisten Verschwundenen tauchen nach kurzer Zeit wieder auf

Vermisstenfälle in Rheinland-Pfalz: Die meisten Verschwundenen tauchen nach kurzer Zeit wieder auf

Ein tragisches Ende, wie bei Tanja Gräff, haben die Vermisstenfälle in Rheinland-Pfalz zum Glück nur selten. Etwa 85 Prozent der Verschwundenen tauchen laut Landeskriminalamt bereits nach kurzer Zeit wieder auf. Für die Angehörigen von Vermissten ist diese Statistik jedoch selten ein Trost.

Die Ermittler gehen - je nachdem, wer vermisst wird - unterschiedlich vor. Erwachsene haben laut Bundeskriminalamt das Recht, ihren Aufenthaltsort frei zu wählen, auch ohne diesen Angehörigen oder Freunden mitzuteilen. Deshalb wird das LKA Rheinland-Pfalz erst aktiv, wenn eine Gefahr für Leib und Leben des Vermissten besteht. Anders sieht es aus, wenn ein Kind verschwunden ist. Minderjährige dürfen ihren Aufenthaltsort nicht selbst bestimmen. Sie gelten für die Polizei bereits als vermisst, wenn nicht bekannt ist, wo sie sich aufhalten.

Wenn Kinder verschwinden oder Gefahr für Leib und Leben des Vermissten besteht, leitet die Polizei sofort Suchmaßnahmen ein. Dabei arbeiten die Ermittler häufig mit lokalen Rettungsdiensten wie der Feuerwehr zusammen. Auch der Einsatz von Suchhunden möglich, beispielsweise wenn ein Gelände nur schwer zugänglich ist. Hubschrauber mit Wärmebildkamera werden häufig bei Dunkelheit eingesetzt.

Zuständig für die Bearbeitung eines Vermisstenfalls ist grundsätzlich die Polizeidienststelle, in deren Bereich die vermisste Person zuletzt gelebt oder sich aufgehalten hat. Bei besonders großflächigen Suchen aber werden meist alle verfügbaren Bereitschaftspolizisten - auch aus anderen Bundesländern - und sogar die Bundespolizei alarmiert. Die Personalien vermisster Personen werden im Informationssystem der Polizei (INPOL) erfasst, der Vermisste wird also zur Fahndung ausgeschrieben. Auf das System INPOL können alle deutschen Polizeidienststellen zugreifen.

Laut Landeskriminalamt tauchen rund 85 Prozent der Vermissten schon nach kurzer Zeit wieder auf. Meist handelt es sich bei den plötzlich Verschwundenen um Jugendliche oder um demente Menschen. Junge Leute laufen nach einem Streit mit den Eltern von Zuhause weg, Senioren verlieren die Orientierung und finden nicht mehr ins Heim oder die Wohnung zurück. In Rheinland-Pfalz gab es im Jahr 2012 2400 Vermisstenmeldungen.

Einige wenige Fälle bleiben jahrelang ungelöst. Dazu gehört beispielsweise das Verschwinden der Trierer Studentin Tanja Gräff. Die damals 21-Jährige verschwand während eines Fests der Hochschule Trier im Juni 2007 spurlos. Erst letztes Jahr im Mai wurden ihre sterblichen Überreste bei den roten Felsen in Trier-Pallien gefunden (der TV berichtete). Die Frage danach, ob es sich bei dem Sturz von dem Felsen um einen Unfall oder ein Verbrechen handelte, bleibt bis heute unbeantwortet.

Auch der Fall der dreifachen Mutter Birgit Ameis gehört in diese Kategorie. Die 54-Jährige verschwand im vergangenen Jahr spurlos in der Nähe ihres Arbeitsortes am Flughafen Hahn.