Verpackungshersteller plant Entlassungen

Verpackungshersteller plant Entlassungen

Einer der größten Arbeitgeber im Kreis Cochem-Zell, der finnische Konzern Huhtamaki, will Arbeitnehmer entlassen und die Produktion unrentabler Produkte einstellen. Die Unternehmensleitung des Herstellers von Kunststoffverpackungen hat den Betriebsrat darüber informiert, dass am Standort Kosten gespart werden sollen.

Alf. Die Unternehmensleitung, der Betriebsrat und die Gewerkschaft haben sich zu ersten Gesprächen getroffen. Die Aussagen, wie es um das Werk in Alf an der Mosel und um viele Arbeitsplätze in der Region steht, gehen weit auseinander. In ersten Meldungen war von bis zu 100 Arbeitsplätzen zu hören, die Huhtamaki in Alf abbauen wolle. Nach Informationen unserer Zeitung liegt der geplante Stellenabbau zwar deutlich darunter, konkrete Zahlen will jedoch niemand nennen. "Es steht noch nicht fest, dass es einen Stellenabbau geben wird", sagt Madlen Lemke, zuständig für Personal bei Huhtamaki. Bereits im September habe es erste Gespräche mit dem Betriebsrat gegeben, wie die Zukunft des Standortes aussehen solle. Die Details würden momentan mit dem Betriebsrat besprochen. Holger Zimmermann, Bezirksleiter der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie (IGBCE) in Neuwied, weist darauf hin, dass das Unternehmen noch keine Grundlage für Verhandlungen geschaffen habe: "Es fehlt ein detaillierter Geschäftsplan für das Jahr 2012. Uns wurde zwar gesagt, dass Personal abgebaut werden soll, aber nicht warum." Auch die Dimension von 100 bedrohten Arbeitsplätzen erscheint dem Gewerkschafter sehr hoch. Karl Heinz Simon, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Zell, äußert sich besorgt um das Werk in Alf: "Ein Stellenabbau in dieser Größenordnung wäre heftig." kerExtra

Der Konzern Huhtamaki stellt in Alf Kunststoffverpackungen für Lebensmittel her. Der Konzern beschäftigt dort circa 440 Mitarbeiter und erwirtschaftet pro Jahr mehr als 100 Millionen Euro. Im dritten Quartal des Jahres erwirtschaftete der Weltkonzern einen Gewinn vor Steuern von 32 Millionen Euro und verfehlte damit deutlich die Gewinnerwartungen. ker