Verschnaufpause für die Bürger

GRAACH. Nach der Einweihung des neuen Gemeindelagers mit Feuerwehrhaus dürfen die Graacher erst einmal tief durchatmen. Die Gemeinde will trotz ihrer dicken Rücklagen 2007 nicht investieren, sondern einfach mal pausieren.

Dank ihres guten Finanzpolsters kann die Gemeinde Graach es sich leisten, anstehende Projekte mit Bedacht anzugehen. "Wir wollen den Bürgern Zeit geben zu verschnaufen", begründet Ortsbürgermeister Werner Geller den Spar-Vermögenshaushalt 2007 mit gerade mal 46 000 Euro. Neben einem frischen Innenanstrich der Mattheiserhalle ist in diesem Jahr lediglich die Erneuerung und Ergänzung der Straßenbeleuchtung in der Graacher Schäferei vorgesehen. Doch dafür soll 2008 schon wieder schweres Gerät im Ort eingesetzt werden. Binnen drei Jahren ist der Ausbau mehrerer Seitenstraßen vorgesehen. Nach und nach sollen Fischer-, Brunnen-, Kirch-, Mosel-, Weber- und Ringstraße ausgebaut werden. Die solide Haushaltslage hat die Gemeinde vor allem den Einnahmen aus dem Flächenverkauf für die B 50 zu verdanken. Ansonsten hätte sie Projekte wie das neue Gemeindelager und Feuerwehrhaus wohl kaum so ohne weiteres angehen können. Der bisher erhaltene Vorschuss für den Landverkauf steckt darüber hinaus in den Rücklagen von immerhin 118 000 Euro. Diese sollen laut Geller allerdings "zweckgebunden" eingesetzt werden. So sollen für die am Berg verlorenen Flächen andere Grundstücke aufgeforstet werden. Darüber hinaus will die Gemeinde auch einen aus der Forstwirtschaft erwarteten Überschuss in die Aufforstung stecken. Der jüngste Windbruch versetzt Graach in die Lage, mehr Holz als erwartet anbieten zu können. Sofern der Forst dieses gut verkaufen kann, könnte der erwartete Überschuss von 18 500 Euro sogar noch etwas höher ausfallen. Derzeit weist der Verwaltungshaushalt laut Plan eine Summe von 578 000 Euro aus. Die Schulden der Gemeinde liegen mit aktuell 270 Euro Pro-Kopf-Verschuldung weit unter den etwa 320 Euro der im Landesdurchschnitt vergleichbaren Gemeinden. Binnen Jahresfrist werden sie zudem auf 178 500 Euro sinken, also pro Graacher auf rund 250 Euro. Die Gemeinde habe sich gut entschulden können, da sie über Jahre keine neuen Kredite benötigt habe, kommentiert Verbandsgemeinde-Kämmerer Günter Wagner. 58 000 Euro mehr an Schlüsselzuweisungen

In diesem Jahr profitiere Graach zudem von der konjunkturellen Entwicklung, die sich vor allem in zwei Einnahmepositionen niederschlage. Zum einen lassen bei den Schlüsselzuweisungen im Vergleich zum Vorjahr 58 000 Euro mehr die Gemeindekasse klingeln. Zum anderen wird bei der Gewerbesteuer ein Plus von 15 000 Euro erwartet. Hinzu kommt, dass sich auch die Senkung der Verbandsgemeindeumlage bemerkbar macht, und zwar mit 15 000 Euro zugunsten der Gemeinde. Nebeneffekte, wie der, dass das Jahr 2005 ausgeglichen abschließen wird, kommen da gerade recht. Denn ansonsten hätten die erwarteten 40 000 Euro Defizit ja 2007 ausgeglichen werden müssen. Bei derart guten Zahlen müssen die Bürger natürlich weder mit höheren Steuerhebesätzen leben, noch mit höheren Gebühren.