Verschollene Lieder und eine Podiumsdiskussion zum Geburtstag

Dommershausen/Dorweiler · Fallen im deutschsprachigen Kulturraum die Begriffe Liedermacherszene, Protestsongs oder politisches Lied, so wird das in der Regel automatisch mit der Burg Waldeck verbunden.

Dommershausen/Dorweiler. Vor 50 Jahren, an Pfingsten 1964, ging auf dem idyllisch gelegenen Felsplateau hoch über dem Baybachtal das erste Festival unter dem Titel "Chanson, Folklore, International" über die provisorisch gezimmerte Bühne. Das war die Geburtsstunde des Waldeckfestivals, das von 1964 bis 1969 Geschichte schrieb und die Szene nachhaltig prägte. Die Auftritte von Hannes Wader, Reinhard Mey, Hanns Dieter Hüsch oder Hein und Oss sind heute legendär. Der 50. Geburtstag wird an Pfingsten mit dem Internationalen Liederfest gefeiert. Es soll aber kein Abtauchen in die Nostalgie sein. "Jede Generation hat Musik, nichts ist wiederholbar, es gibt immer Neues zu entdecken." Entsprechend dieser Lebensmaxime gestaltete Festivalmacher Jacky Jacobi-van Beek das Programm. Dazu passt Sago, die renommierte Mainzer Akademie für Poesie und Musik. Liederpoet Christof Stählin präsentiert am Freitagabend ab 21 Uhr seine Talente. Mit bizarren Tönen beginnt der Pfingstsamstag. Um 11 Uhr - viele der Festivalgänger werden nach durchzechter Nacht noch in ihren Schlafsäcken dösen - zeigt Kultgitarrist Martin C. Herberg sein virtuoses Spiel. Dem politischen Anspruch des Festivals zollen die "Grenzgänger" Tribut. "Maikäfer flieg" heißt ihr aktuelles Programm. 100 Jahre nach dem Beginn des Ersten Weltkriegs singen sie um 12 Uhr verschollene Lieder aus vier Kriegsjahren. Vor, während und nach dem Konzert, geredet wird immer viel auf der Waldeck. Dazu passt eine Podiumsdiskussion, bei der "der Mythos Waldeck - das Deutsche Woodstock" ergründet werden soll. Der Black - Liedermacher, Poet, Sänger, Rezitator, Komödiant und Kabarettist mit zweitem Wohnsitz auf Burg Waldeck - eröffnet um 20 Uhr das Abendprogramm. Die Wellbrüder aus dem Biermoos machen Station im Hunsrück. Eng verbandelt mit den Biermösl Blosn interpretieren sie auf ganz eigene Art die bajuwarische Volksmusik inklusive aufmüpfiger Texten. Dieser Ausflug in eine eigenwillig weißblaue Folklore beginnt gegen 21 Uhr. Zum eigentlichen "Geburtstagsklatsch" am Pfingstsonntag ab 11 Uhr kommen mit Hein und Oss, Joana, Pit Klein und Colin Wilkie Protagonisten der vergangenen fünf Jahrzehnte aufs Podium. Zum Finale gastiert ab 21 Uhr Ruhrpottbarde Stefan Stoppok. WD burg-waldeck.de

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