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Meinung: Verständlicher und sinnvoller Schritt

Meinung : Verständlicher und sinnvoller Schritt

Längst überfällig oder völlig unnötig – das sind die beiden Positionen, mit denen der aktuelle Vorstoß des Thalfanger Ortsbürgermeisters Burkhard  Graul bewertet werden kann, die im April 1933 verliehene Ehrenbürgerschaft Thalfangs an den damaligen Reichskanzler Adolf Hitler und Reichpräsidenten Paul von Hindenburg abzuerkennen.

Eine Ehrenbürgerschaft erlischt mit dem Tod, heißt es aus Mainz und  Wittlich. Wenn  dem so ist, ist der angestrebte Schritt rechtlich überflüssig. Allerdings reihte sich Thalfang mit diesem Schritt nur wenige Wochen nach der sogenannten Machtergreifung in die große Zahl derer ein, die dem sogenannten „Führer“ schon  früh mit besonderen Ehren huldigten – alles andere als eine Ruhmestat. In Thalfang stellt man sich seiner Geschichte. Es gibt eine ausgeprägte Kultur des Erinnerns. Dass Burkhard Graul und seine Mitstreiter auch in puncto der umrühmlichen Ehrenbürgerschaft ein Zeichen setzen wollen, ist  verständlich und in den Zeichen des wiedererstarkenden Rechtsextremismus und Antisemitismus auch  sinnvoll.

i.rosenschild@volksfreund.de