Versteck über der Sakristei
Bruch · Vor fast 200 Jahren haben sich mehrere Brucher Männer über der Sakristei der Kirche versteckt, um der Zwangsrekrutierung durch Napoleons Armee zu entgehen. Sie wurden von den Bruchern heimlich mit Essen und Trinken versorgt.
Bruch. "Es war Ende des Jahres 1813. Napoleon war bei Leipzig geschlagen. Sein Heer brauchte dringend Nachschub. Da sollten wieder einige Brucher Jungen zum Heer Napoleons eintreten." Mit diesen Worten beginnt eine Eintragung in der Schulchronik von Bruch, die der Dorflehrer um 1880 handschriftlich angelegt hat. Damals waren in Bruch die mündlichen Überlieferungen aus der Zeit, als Napoleon auch die Eifel besetzt hatte, noch sehr präsent. Die Franzosen stellten ihre Heere nicht aus Söldnern zusammen, sondern hatten ein Aushebungsgesetz erlassen, das die allgemeine Militärpflicht in den besetzten Gebieten einführte. Kaum einer war darüber begeistert, mit den napoleonischen Truppen kreuz und quer über den Kontinent zu ziehen. Daher kam es in vielen Fällen zur Fahnenflucht, wie der Brucher Schulchronist berichtet: "Doch sie wollten nicht mehr für die Franzosen streiten und fanden ein Versteck über der Sakristei der Kirche. Nur nachts wagten sie sich etwas ins Freie." Um Denunziation vorzubeugen, waren nur wenige Brucher in das Geheimnis um das Versteck eingeweiht. Der Lehrer bezeichnete sie als "sichere Männer". Alle anderen glaubten, die jungen Brucher seien bei Napoleons Heer. Dorf geschichte(n)
Im Versteck wurden sie von den Eingeweihten mit Essen und Trinken versorgt. Leider berichtet der Lehrer nichts über die Dauer ihres Aufenthaltes dort. Lange kann es nicht gewesen sein, vielleicht wenige Wochen, denn bereits im Januar 1814 wurde Napoleon aus dem Raum Trier zurückgedrängt. Bruch wurde preußisch. Darauf bezieht sich der Lehrer, indem er notiert, dass zu dem Zeitpunkt, als die verbündeten deutschen und russischen Truppen in die Nähe Bruchs kamen, die Brucher Jungs aus ihrem Versteck herauskamen. Sie hatten Glück und waren den mörderischen Feldzügen Napoleons entgangen. Andere Brucher, die zwangsweise an den Feldzügen teilnahmen, berichteten immer wieder von ihren schrecklichen Erlebnissen beim Militär. Als Ausgleich erhielten sie später vom preußischen Staat eine Rente. "Alte Dorfbewohner erinnerten sich noch ganz gut an zwei Gardisten", schreibt der Lehrer. "Es waren ein Wingender und ein Klein. Beide hatten den Zug Napoleons nach Russland mitgemacht. Ihre Erzählungen drehten sich denn auch gern um Napoleon und Russland. Sie bekamen einen monatlichen Ehrensold von 2 1/2 Thaler." ger