1. Region
  2. Mosel, Wittlich & Hunsrück

Versüßter Abschied im Kirchspiel

Versüßter Abschied im Kirchspiel

Mit der Ernennung von Wehrführer und Stellvertreter der "neuen" Freiwilligen Feuerwehr Kleinich ist die Fusion der bisher vier Wehren perfekt. Den gleichzeitig formell entlassenen bisherigen Kollegen wird der Abschied nicht nur durch das neue Gerätehaus versüßt, sondern auch mit dem neuen Fahrzeug, das über modernste Technik verfügt.

Kleinich. In den Kleinicher Ortsteilen Kleinich, Oberkleinich, Thalkleinich, Fronhofen, Emmeroth, Pilmeroth, Götzeroth und Ilsbach rückt ab sofort nur noch eine Wehr aus. Die Freiwilligen Feuerwehren der Gemeinde haben fusioniert und sich für einen Standort entschieden. Formell besiegelt hat die erste Fusion in der Verbandsgemeinde die Ernennung der neuen Wehrchefs, Wehrführer Frank Schößler und Stellvertreter Jens Leonhard. Schößler, bisher Wehrführer im Ortsteil Kleinich, und Leonhard, Wehrführer in Fronhofen, übernehmen mit den neuen Ämtern mehr Verantwortung. Denn die "neue" Kleinicher Wehr hat nun den Status einer Stützpunktwehr. Bürgermeister Ulf Hangert spricht daher von einem "historischen Moment". Vorausgegangen war die Wahl der Feuerwehrkameraden, die sich für ein Duo aussprachen und nicht für mehrere Stellvertreter.

Für etliche Kameraden hieß es an diesem Tag daher Abschiednehmen vom bisherigen Amt. Als Ehrenbeamte formell entlassen wurden Wehrführer Erwin Reichert (Götzeroth-Ilsbach) und Guido Stoffel (Pilmeroth-Emmeroth), ihre Stellvertreter Bernd Ernst und Thorben Baus sowie Carsten Hammen, Stellvertreter der Ortswehr Kleinich. Es sei schon ein bedeutender Einschnitt, wenn Führungskräfte wechselten, betonte Hangert. Doch das überzeugende Wahlergebnis drücke Vertrauen aus.

Außerdem verfügt die Wehr nun über einen Fuhrpark mit Mannschaftswagen, Tragkraftspritzenfahrzeug und dem neuen "Mittleren Löschfahrzeug". Das Fahrzeug im Wert von knapp 150 000 Euro wird zudem demnächst ausgetauscht gegen das neueste Modell mit modernster Technik. Laut Wehrleiter Thomas Edringer wird der Hersteller dieses in einigen Monaten liefern und überlässt der Wehr bis dahin kostenlos ein Vorführfahrzeug. Das neue Fahrzeug bietet Vorteile wie das Anlegen von Atemschutzgeräten während der Fahrt oder einen Wassertank, der während des Einsatzes befüllt werden kann. Die komplette Ausstattung ermöglicht laut Edringer eine "Schlagkraft von 15 Personen, obwohl nur sechs an Bord sind". Bei dieser Gelegenheit lobt er das Engagement der Wehrleute als Bauherren: "Es ist ein Glanzstück, ein solches Gerätehaus mit so viel Eigenleistung zu errichten."

Für Ortsbürgermeister Burkhard Born ist die Fusion erstaunlich rasch vollzogen worden. "Vor sechs Jahren hätte keiner geglaubt, dass wir in so kurzer Zeit mit den Wehren fusionieren könnten." Allerdings sei das "versüßt" worden durch die Aussicht auf das neue Gerätehaus und das neue Fahrzeug.