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Vertreter der "Dafür-Gesellschaft"

Vertreter der "Dafür-Gesellschaft"

Nach den Gegnern haben nun auch die Befürworter der Bundesstraße 50 neu Unterschriftenlisten überreicht. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer nahm sie entgegen.

Drei Herren aus dem Hunsrück haben sich auf den Weg nach Berlin gemacht. Sie möchten Gehör finden für ihr "Ja" zum Hochmoselübergang. Mit dabei haben sie die in sechseinhalb Wochen gesammelten 7500 Unterschriften von Menschen, die wie sie den Hochmoselübergang befürworten. Damit finden Sie die Aufmerksamkeit von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer.

Eben noch gibt er ein Statement zur Winterreifenpflicht ab, dann hat er Zeit für die Herren aus dem Hunsrück. Die runden die Anzahl der gewonnenen Unterschriften auf und übergeben dem Minister 10 000 gesammelte Unterschriften. Das freut den Minister, vermisst er doch insgesamt gesehen die Werte einer "Dafür-Gesellschaft": "Sie vertreten", sagt er mit seinem bayrisch-gediegenen Zungenschlag, "die schweigende Mehrheit." Immerhin haben auch die Hunsrücker von den althergebrachten Protestlern gelernt und entrollen rasch ihr mitgebrachtes Plakat.

Seit 19 Jahren, seit die US-Amerikaner den Hahn verlassen haben, engagiert sich Werner Kuhn aus Sohrschied in der 550 Mitglieder starken Initiative "Bürger für Hahn". Vieles hat er mit auf den Weg gebracht und erlebt, wie sich die Region weiterentwickelt hat. Edgar Tatsch und Peter Benke erhoffen sich eine Stärkung ihrer Region durch eine bessere Anbindung über eine zwischen Wittlich und Rheinböllen durchgehend vierspurig ausgebaute B 50. Unterstützt werden sie dabei vom Bundestagsabgeordneten Peter Bleser (CDU). "Wenn Unternehmen kommen, dann bleiben auch die Menschen, die dort Arbeit finden", so das Kalkül der Unterstützer.

Befürworter treffen auch auf Gegnerin des Vorhabens



Die Brücke selbst ist seit langem beschlossene Sache, hat, ähnlich wie Stuttgart 21, alle politischen und juristischen Hürden genommen. Doch noch immer sind die Fronten verhärtet. Zuletzt hatten die Gegner eine Schlappe hinnehmen müssen, als sie an einem Montag anrückten, um die Abholzung von Bäumen zu verhindern. Die waren allerdings schon am Samstag zuvor gefällt worden.

Dem Minister fehlt die Zeit für solche Details, er wird andernorts gebraucht. Die Hunsrücker stehen mit ihrem Plakat und Peter Bleser noch auf dem Flur, da eilt Renate Künast zum nahegelegenen Plenarsaal. Vor einigen Wochen hatte sie in Ürzig 20 000 Unterschriften der Gegner des Hochmoselübergangs entgegengenommen und später in Berlin übergeben. "Das sind Befürworter des Hochmoselübergangs, gegen den Sie waren", stellt Peter Bleser seine Besucher vor. "Was heißt hier waren? Ich bin noch immer dagegen. So schnell ändere ich meine Meinung nicht", sagt Renate Künast und eilt weiter. Das letzte Wort, so scheint es, ist in dieser Angelegenheit noch nicht gewechselt. ha