Vertreter der Mali-Hilfe weihen in Afrika Schule und Nähzentrum ein

Vereine : Vertreter der Mali-Hilfe weihen Schule und Nähzentrum ein

Wer Geld für einen guten Zweck sammelt, möchte wissen, dass das Geld auch vor Ort ankommt. Nicht zuletzt aus diesem Grund waren auch in diesem Jahr vier Vorstandsmitglieder der Morbacher Mali-Hilfe in dem westafrikanischen Land unterwegs.

Im Rahmen der Reise wurden eine Schule und eine Krankenstation eingeweiht.

Die Vorstandsmitglieder eröffneten zudem ein Näh- und Alphabetisierungszentrum in Markala. Dank „hochwertiger Näharbeiten, guter Fortschritte bei den Alphabetisierungseinheiten und den mehr als zwanzig angemeldeten Nähschülerinnen“ rechnen sie mit nachhaltigem Arbeiten. Zahlreiche Nähmaschinen, Nähmaterial und Stoffe aus Longkamp sollen die Arbeit vor Ort erleichtern. Eine erhebliche Verbesserung der Ernährungssituation erwarten die Vertreter der Mali-Hilfe durch die Erlöse der bisher neun Getreidebanken in der Region Nioro du Sahel.

Doch es gibt auch Probleme: „Die Luftverschmutzung in der malischen Hauptstadt Bamako wird aber von Jahr zu Jahr schlimmer und unerträglich“, sagt Peter Brucker, der Vorsitzende der Mali-Hilfe. Bronchitis und starker Husten zwangen mehrere Mitglieder der Reisegruppe ins Krankenbett. Peter und Inge Brucker, Klaus und Hanna Schmitt hatten sich bei der zweiwöchigen Reise die Arbeit geteilt und waren getrennt in verschiedenen Ort­schaften unterwegs. Insgesamt waren sie der Meinung, dass die Arbeit der Mali-Hilfe nach wie vor viele Menschen und Ortschaften erfolgreich unterstützt. Die Gesamtsituation in Mali werfe aber große Probleme auf. „Die menschliche und wirtschaftliche Situation des Landes wird leider von politischer Seite unprofessionell und uninteressiert angegangen, vernachlässigt und in ein Chaos verwandelt. Die Menschen sind dabei die Leidtragenden, die sich dessen aber oft gar nicht bewusst sind“, betont Brucker. Wichtige Infrastruktur und wirtschaftliches Engagement der Politik fehlten ebenso wie Arbeitsplätze. Afrikaner müssten, so Brucker weiter, gute Bedingungen für die Ansiedlung von europäischen Wirtschaftsunternehmen schaffen, aber die Europäer müssten diese Aspekte auch bei der Verteilung von Entwicklungsgeld berücksichtigen. Europäische Entwicklungszusammenarbeit könne nur erfolgreich sein, wenn es gelinge, die afrikanische Politik zu überzeugen oder Druck auszuüben.

Die nächste Gelegenheit, ein Projekt zu unterstützen, ist am Sonntag, 24. März, mit dem 31. Hungermarsch unter dem Thema „Zukunft schenken“. Realisiert wird ein Staudamm in Sogodougou (im Südosten von Mali), der es vielen Frauen ermöglichen soll, mit Gartenarbeit die Ernährung ihrer Familien zu sichern. Der elf Kilometer lange ökumenische Hungermarsch beginnt um 9.30 Uhr mit einem Gottesdienst in der Longkamper Pfarrkirche. Eine Teepause ist in Monzelfeld. Die Trommelgruppe der Grundschule Monzelfeld spielt auf dem Rückweg. Anschließend geht’s wieder zurück nach Longkamp in die Gemeindehalle. 

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