Verwaltungs-Anachronismus

Zum Artikel "Traumhochzeit statt Fernbeziehung!" (TV, 19. Mai):

Als ich die zwei in die Kamera lächelnden Verwaltungschefs mit Heiligenschein betrachtete, glaubte ich zu träumen, leider nicht von einer Traumhochzeit. Beide lenken vom Problem ab, vermitteln den Bürgern heile Welt "in trauter Einheit". Zwei Kommunalverwaltungen in unserer Kleinstadt, die exakt das Gleiche verwalten, sind in unserer Zeit ein unvorstellbarer Anachronismus. Es geht ja nicht nur um Synergieeffekte im personellen Bereich, sondern auch um immobilien- und sachausstattungsbezogene Kosten. Wenn die Lage der beiden Verwaltungen durch einen Neubau an zwei verschiedenen Standorten zementiert werden soll, wird eine allseits geforderte schlanke Verwaltung nur schwer durchsetzbar sein, auch nicht von den übergeordneten zentralen Administrationen. Es ist nach betriebswirtschaftlich und verwaltungswissenschaftlich gesicherten Erkenntnissen schlicht unbestritten und unbestreitbar, dass größere Verwaltungseinheiten zu geringeren Gesa mtkosten führen, zum Nutzen der Bürger, egal ob in Cochem oder Wittlich. Wer hat denn im genannten Beitrag argumentiert? "Beide Bürgermeister betonen" (Zitat), also die kommunalen Verwaltungs- und Entscheidungsträger, die im Namen der Bürger ihre Pfründe zu erhalten trachten, die in diesem zukunftsorientierten Punkt kleinschrittig, mini-kommunal, ohne Zukunftsbezug agieren. Hier wäre ein echtes Feld für Bürgerbefragung mit garantiert mal endlich wieder steigender Wahlbeteiligung, verfassungsrechtliche Bedenken hintangestellt. Bußmer und Holkenbrink lächeln, wir und unsere Nachkommen bezahlen. Bertram Hoffmann, Wittlich Kommunalreform