Verwurzelt mit der Region

Allen Schicksalsschlägen zum Trotz hat sich der Bäscher Handwerksbetrieb Gebrüder Marx in 125 Jahren einen Ruf erworben, der weit über die Grenzen der Region hinausgeht. Großen Anteil daran hat seit 25 Jahren auch der Ferienpark Himmelberg.

Thalfang-Bäsch. (urs) Der Handwerksbetrieb Gebrüder Marx blickt auf eine 125-jährige Tradition und eine 25-jährige als Motor des Ferienparks Himmelberg mit Hotel und Restaurant zurück. Gebührend gefeiert wurde das Doppeljubiläum in Bäsch, wo der Familienbetrieb seine Wurzeln hat und 120 Jahre Selbstständigkeit nachweisen kann.

Philipp Marx, Urgroßvater von Seniorchef Rudi Marx, war 1884 als Maurermeister Gründungsmitglied der Bäscher Sängergemeinschaft, einer zweiten Familienleidenschaft. Nur er sei "aus der Art geschlagen", räumt Rudi Marx in seiner Festansprache ein: Statt dem Gesang widme er sich seit 45 Jahren der Kommunalpolitik. Unter seinem Großvater Friedrich Marx erlebte die Firma ihre Blütezeit, aber auch Schicksalsschläge. Die Hauptstützen, Friedrichs Söhne Willi, ein Bauingenieur, und Maurermeister Artur, Rudis Vater, fielen im Krieg. Friedrich, 1880 geboren, führte den Betrieb bis 1953 weiter und bildete noch Enkel Richard als Maurer aus. "Wir waren noch zu jung, um den Betrieb zu übernehmen", kommentiert Malermeister Rudi Marx, der im gleichen Jahr seine Lehre begann und sich 1961 selbstständig machte. Sein jüngerer Bruder, Maurermeister Gerd-Dieter Marx, stieg mit ein in den in Talling gegründeten und 1974 nach Bäsch ins väterliche Anwesen verlagerten Betrieb. Dank der handwerklichen Tätigkeit der Brüder und einem Lebensmittelgeschäft war die Familientradition in Bäsch nie unterbrochen. Heute kann der 71-jährige Seniorchef auf seine Söhne vertrauen. Wolfgang Marx führt den Handwerksbetrieb mit 25 Beschäftigten, Bruder Roland den Ferienpark mit 50 Mitarbeitern. Mit Enkelin Kathrin Marx, Malergesellin und Innenarchitekturstudentin, rückt zudem die sechste Generation nach.

Zum Jubiläum hat der frühere Wirtschaftsminister, Landtagsvizepräsident Hans-Artur Bauckhage, gratuliert. Die kontinuierliche Entwicklung spreche für die "Bodenständigkeit, Verlässlichkeit und Seriosität" des Handwerks, aber auch für Seniorchef Marx, der immer Verantwortung übernommen habe. Handwerkskammerpräsident Rudi Müller überbrachte Ehrenurkunden für Betrieb und treue Mitarbeiter. Es sei wichtig, Beschäftigte zu haben, die "durch dick und, wenn es sein muss, auch durch dünn gehen", lobte er auch das Ausbilden von 63 Lehrlingen. Angesichts sich "drastisch" verändernder Rahmenbedingungen ist derlei Engagement für Kreishandwerksmeister Hermann Zahnen nicht hoch genug anzurechnen. Seniorchef Marx hofft auf eine erstarkende Wirtschaft. Im Handwerk sei es zwar nicht ganz so "verheerend", doch dafür müsse sich ein Handwerksbetrieb auch selbst weiterhelfen: "Der bekommt nix zugeschustert."

EXTRA Marx GmbH: Ein Spiegel des betrieblichen Leistungsvermögens sind die 1998 verliehene Wirtschaftsmedaille des Landes Rheinland-Pfalz und die Ehrenurkunde der HWK Trier von 2001 für den Ausbildungsbetrieb. Außerdem kann der Betrieb, der Planung und schlüsselfertiges Bauen anbietet sowie Altbausanierung, Verputz und Anstrich, Fliesen und Fußboden und Schreinerarbeiten, zwei Ehrenurkunden für 50-jährige Berufstätigkeit vorweisen: eine von 1946 für Friedrich Marx und eine von 2003 für Enkel Rudi. (urs)