"Verzichten aufs Jammern"

KRÖV. Der Haushalt der Verbandsgemeinde Kröv-Bausendorf ist ausgeglichen. Die Verbandsgemeinde-Umlage bleibt unverändert bei 42 Prozent. Wermutstropfen für die Bürger: Die Gebühren für Wasser und Abwasser steigen leicht.

Stolz und selbstbewusst, gelegentlich mit einem kleinen Seitenhieb auf den Kreis oder andere Verbandsgemeinden, präsentierte Otto Maria Bastgen am Donnerstagabend den Haushalt 2005 der VG Kröv-Bausendorf. Man wolle nicht im Wehklagen miteinander wetteifern, sagte Bastgen: "Wir verzichten auf das Jammern." Und Bastgen verkündete in seiner Haushaltsrede gleich eine ganze Palette an Positivnachrichten. Positiv in dem Sinn, dass die VG Kröv-Bausendorf nach seiner Meinung viel besser da stehe als andere vergleichbare Gebietskörperschaften. Und Bastgen legte nach in Sachen innovative Verwaltung: Während die Kreisverwaltung erst jetzt mit dem Einsatz des Geo-Informationssystems anfange, werde dieses in der VG Kröv-Bausendorf bereits erfolgreich eingesetzt. Bastgen mit einem Seitenhieb auf die Kreisverwaltung: "Eine Unterstützung von Dritten oder Rückgriff auf Pilotprojekte waren nicht erforderlich." Und auch in Sachen Personalaufwand sieht sich Bastgen als Vorreiter: Zum 30. Juni werde die Verwaltung mit 21,53 Stellen auskommen. Damit liege sie weit unter den Richtsätzen des genehmigten Stellenplans des Rechnungshofs. Schulden hat auch die Verbandsgemeinde Kröv-Bausendorf. Aber, so Bastgen, weniger als die anderen Verbandsgemeinden im Kreis. Mit einem Schuldenstand von 171 Euro je Einwohner liege Kröv-Bausendorf an unterster Stelle."Dringende Aufgaben sind erledigt"

Bastgen: "Die finanzielle Lage der Verbandsgemeinde wäre dann wirklich problematisch, wenn wir auf einem hohen Schuldenberg sitzen würden und viele unerledigte, dringende Aufgaben in Angriff genommen werden müssten. Beides ist nicht der Fall." Zu den nackten Zahlen des Haushaltsplans: Der Verwaltungshaushalt hat ein Volumen von 2,9 Millionen Euro, im Vorjahr waren es noch 3,03 Millionen Euro gewesen. An Krediten muss die Verbandsgemeinde 578 000 Euro aufnehmen. Der Vermögenshaushalt beläuft sich auf 1,774 Millionen Euro. 1,15 Millionen Euro sind für die im Bau befindliche Schulturnhalle/Bürgerhaus Bausendorf vorgesehen. Für die Erweiterung und den Umbau des Verwaltungsgebäudes der Verbandsgemeinde in Kröv sind insgesamt 400 000 Euro veranschlagt. Allerdings steht noch die Förderbewilligung des Landes aus. Die Entscheidung soll Ende April/Anfang Mai dieses Jahres fallen. Neben dem Haushalt der VG stimmten die Ratsmitglieder auch den Wirtschaftsplänen Wasserwerk und Abwasserwerk einstimmig zu. Für die Bürger sind die Gebühren wichtig. Sie steigen leicht, und zwar die Verbrauchsgebühren für Wasser von 1,23 Euro auf 1,25 Euro pro Kubikmeter und die Kanalgebühren von zwei Euro auf 2,05 Euro je Kubikmeter Schmutzwasser. Die Fraktionssprecher beließen es dabei, das umfangreiche Zahlenwerk zu interpretieren. Kritische Töne waren selten. CDU-Sprecher Peter Tries bewertete den Haushaltsentwurf als "verantwortungsbewusste Politik für unsere Gemeinden". Kurz ging er auch auf die Notwendigkeit des geplanten Erweiterungsbaus des Rathauses ein. Die Verwaltungsrefom habe selbst auf Landesebene noch keinerlei konkrete Formen angenommen. Sie stehe auf höchst unsicheren Füßen, so dass es keinen Sinn mache, den Bau aufzuschieben. SPD-Sprecher Dieter Junk mahnte eine stärkere Zusammenarbeit mit den Nachbar-Verbandsgemeinden an, "um den ein oder anderen Euro zu sparen".Die Bürger in der Verbandsgemeinde halten

Sollte eine Verwaltungsreform kommen, müsse mit allen Mitteln versucht werden, die Standorte der heutigen Verwaltung als Bürgerbüros zu erhalten, damit Bürgernähe gewahrt bleibe und die Ortsbürgermeister kompetente Ansprechpartner in ihrer Nähe vorfänden. Willi Müllers (FDP) appellierte an die Verwaltung, weiter in ihren Sparbemühungen fortzufahren. Es müsse alles daran gesetzt werden, Arbeitsplätze zu schaffen und den Tourismus zu fördern. Man müsse alles Erdenkliche tun, "damit die Bürger nicht abwandern, sondern in der Verbandsgemeinde bleiben beziehungsweise sich dort ansiedeln".