VG Thalfang sucht Bürgermeister für fünf Jahre

Kostenpflichtiger Inhalt: Kommunalpolitik : Die VG Thalfang am Erbeskopf sucht: Bürgermeister für fünf Jahre

Vera Höfner von der CDU leitet als neue erste Beigeordnete der Verbandsgemeinde Thalfang am Erbeskopf die Verwaltung, bis ein Nachfolger für den ausgeschiedenen Marc Hüllenkremer gefunden ist.

Vera Höfner von der CDU ist neue erste Beigeordnete der VG Thalfang am Erbeskopf. Bei der konstituierenden Sitzung des VG-Rats hat sie sich bei einer Kampfabstimmung gegen ihren Vorgänger Burkhard Graul (SPD) mit 13 zu acht Stimmen durchgesetzt. Neuer zweiter Beigeordneter ist Anton Göppert von Bündnis 90/Die Grünen. Er erhielt zwölf, sein Gegenkandidat Detlef Haink von der SPD neun Stimmen. Mit dem gleichen Ergebnis wurde Stephan Müller von der Neuen Liste zum dritten Beigeordneten gewählt. Sein Gegenkandidat war Stefan Brück von der Thalfanger Freien Liste. Damit stellt die SPD als zweitstärkste Fraktion mit sechs von 22 Ratsmitgliedern in der kommenden Legislaturperiode keinen Beigeordneten.

Diese wurden zwar geheim gewählt. Doch gibt ein Themenpaket eines sogenannten Bündnisses für die VG Thalfang am Erbeskopf Rückschlüsse auf das mögliche Wahlverhalten der Mandatsträger. Darin haben die Fraktionen von CDU, Bündnis 90/Die Grünen, Neuen Liste sowie das Einzelmitglied der Freien Wählergemeinschaft (FWG), die insgesamt über zwölf Stimmen und damit über die Mehrheit in dem 22 Köpfe zählenden Gremium verfügen, Schwerpunkte für die künftige Arbeit festgelegt.

Die Wahl der Beigeordneten ist bedeutsamer als in anderen Kommunen, weil der Posten des Bürgermeisters nach dem krankheitsbedingten Ausscheiden von Marc Hüllenkremer derzeit unbesetzt ist. In den vergangenen zwei Jahren hatte Graul den Bürgermeister die meiste Zeit vertreten. Künftig liegt es an Höfner, vorerst die Thalfanger Verwaltung zu leiten und die Geschicke der VG zu lenken. Sie führte bereits 2013 nach dem Rücktritt des damaligen Bürgermeisters Hans-Dieter Dellwo die Amtsgeschäfte der Verbandsgemeinde. Die 49 Jahre alte verheiratete Bankkauffrau und Mutter von drei Kindern hat bis zur Wahl eines neuen Bürgermeisters eine Freistellung bei ihrem Arbeitgeber beantragt. Als bisherige zweite Beigeordnete der VG wisse sie, was auf sie zukommt, sagt Höfner.

Der Rat hat sich in seiner konstituierenden Sitzung intensiv mit der Bürgermeisterwahl befasst. Das Land hat der VG Thalfang vorgeschlagen, einen Bürgermeister für eine verkürzte Amtszeit von fünf statt der sonst üblichen acht Jahre zu wählen. Grund dafür sei der derzeit noch nicht absehbare Zeitpunkt der Auflösung der VG Thalfang, hieß es in der Sitzungsvorlage. Dieser Empfehlung schlossen sich die politischen Gruppierungen weitgehend an. „Dann sollte in diesem Zeitraum auch was passieren“, sagte Winfried Welter von der CDU. Fünf Jahre seien eine kurze Zeit, die Kommunalreform auf die Reihe zu bekommen, wenn man bedenke, dass man seit 2009 damit am Hadern sei. „Es ist höchste Zeit, die Kommunalreform umzusetzen“, sagte Richard Pestemer von der FWG. „Fünf Jahre reichen, um Impulse zu setzen“, sagte Jochem von der SPD. Der dritte Beigeordnete Müller sieht die verkürzte Zeit jedoch kritisch. Wenn seine Fraktion wüsste, dass alles in fünf Jahren über die Bühne ginge, würde er einschlagen, sagte er.

Der Gemeinderat hat entschieden, beim Land einen Antrag auf eine verkürzte Amtszeit des Bürgermeisters zu stellen. Jetzt müsse das Land ein entsprechendes Gesetz beschließen, dann erst könne das Amt ausgeschrieben und ein Wahltermin festgelegt werden, sagt Höfner. Da die Anregung vom Land selbst komme, rechnet sie damit, dass das zügig erfolgt. Ob es ein mögliches Amt für die neue Beigeordnete wäre, lässt Höfner offen. „Da brauchen wir nicht drüber zu sprechen. Das ist viel zu früh.“