VHS-Jubiläum – Dankbarkeit und Aufbruchstimmung in Bernkastel-Kues

Feier : VHS-Jubiläum – Dankbarkeit und Aufbruchstimmung in Bernkastel-Kues

2019 ist das große Jubiläumsjahr der Volkshochschule (VHS). Die erste Adresse der Erwachsenenbildung wird 100 Jahre alt. Vielerorts wurde dieses Jubiläum in Form einer „Langen Nacht für gesellschaftlichen Zusammenhalt“ gefeiert.

So auch in der VHS Bernkastel-Kues, die zu einem bunten Programm in die Kueser Akademie für Europäische Geistesgeschichte eingeladen hatte.

Empfangen wurden die Gäste mit einem besonderen musikalischen Ständchen: Ein Streichquartett der Kreismusikschule (Marina Alexandrowna und Eva Matulla-Koumaniv, Geige; Peter Mohrs, Viola; Georg v. Kölln, Cello) spielte im Treppenhaus des Moselgästezentrums auf. Die begeisterten Zuhörer erlebten die barocken und modernen Kompositionen über zwei Stockwerke verteilt aus ganz unterschiedlichen Perspektiven.

Im Anschluss versammelte man sich zu Gruß- und Dankworten und hatte auch hierzu eine besondere Form gewählt. Moderiert von Bianca Waters von der Entwicklungsagentur Bernkastel-Kues gab  es Rück- und Ausblicke auf die VHS-Arbeit als kurzweilige Interviews. Gesprächspartner waren hierbei vor allen Verbandsbürgermeister Ulf Hangert und Matthias Vollet, pädagogischer Leiter der VHS und Geschäftsführer der Kueser Akademie. Aufbauend auf einer langen und guten Tradition der VHS Bernkastel-Kues seit der Mitte der 1970er Jahre hat vor rund vier Jahren die Kueser Akademie die Volkshochschularbeit in der Verbandsgemeinde übernommen. Seither konnte das Angebot, wie Bürgermeister Hangert betonte, stark ausgebaut werden. Gemeinsam mit den Schulen und der Seniorenakademie bilden VHS und Kueser Akademie die Säulen des Bildungsstandortes Bernkastel-Kues.

Zu den zentralen Aktivitäten  gehört ein breites Angebot von Deutschkursen für Flüchtlinge und Arbeitsmigranten. Hier leisten die VHS und ihre Lehrer wertvolle Integrationsarbeit. Ganz eindringlich kam das im Interview mit  Asala Abokriba zum Ausdruck. Die 19-jährige, in Libyen aufgewachsene  Palästinenserin floh vor fünf Jahren mit ihrer Familie übers Mittelmeer nach Europa und landete nach mehreren Zwischenstationen in Bernkastel-Kues. Ohne jegliche Deutschkenntnisse fing sie hier mit der Schule an. Parallel zum Unterricht an der Realschule plus belegte sie eine ganze Reihe von Sprachkursen an der VHS. Das Ergebnis ist beeindruckend. Selbstbewusst und in wunderbarem Deutsch berichtet sie von ihrer Flucht und ihren beruflichen Plänen, Ärztin zu werden.

Anschließend war es Zeit für eine zweite Folge von Quartettmusik in der besonderen Akustik des Treppenhausturmes. Beschwingt steuerten die Gäste im Anschluss die Räume der Kueser Akademie im zweiten Stockwerk an. Dort empfing sie nicht nur ein prächtiges Buffet, hier standen vor allem zahlreiche  Dozenten der VHS Rede und Antwort.

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