Viel Andrang wegen eines Antrags

Volles Haus: Bauern und Winzer haben sich bei der traditionellen Aschermittwochstagung ihres Kreisverbands unter anderem über den e-Antrag und das Jagdwesen im Kreis informiert. Und auch etwas Wahlkampf war dabei.

Manderscheid Knapp zwei Stunden lang sprach Arno Grün vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Eifel vor zahlreichen Winzern und Bauern im Manderscheider Kurhaus. Anhand praktischer Beispiele erklärte Grün bei der traditionellen Aschermittwochstagung des Bauern- und Winzerverbands Bernkastel-Wittlich die Funktion des e-Antrags, der ab dem kommenden Jahr erstmals ausgefüllt werden muss (siehe Info).
Die zahlreichen Nachfragen der mehr als 100 Teilnehmer während und im Nachgang des Vortrags von Grün zeigten, wie stark das Thema die Landwirte und Winzer derzeit umtreibt.
Am Nachmittag sprach Kreisjagdmeister Günther Vanck über das Jagdwesen im Kreis und erklärte dabei die Besonderheiten und Schwierigkeiten. Er appellierte an die Bauern, Winzer und Jäger, "gemeinsam an einem Strang zu ziehen". Anschließend trat die stellvertretende Hauptgeschäftsführerin des Bauern- und Winzerverbands Rheinland-Nassau, Karin Bothe-Heinemann, ans Rednerpult. Sie stellte die Interessengemeinschaft der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer (IGJG) vor. Die IGJG versteht sich als politische und gesellschaftliche Vertretung der Grundeigentümer, Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer in den landwirtschaftlich geprägten ehemaligen Regierungsbezirken Trier und Koblenz. Sie ist von der Landesregierung als Ansprechpartner für die Jagdgenossen und die Eigenjagdbesitzer im nördlichen Rheinland-Pfalz anerkannt. ´
Zu Beginn der Tagung hatte Dennis Junk, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Wittlich-Land, zu den mehr als 100 Anwesenden gesprochen. Er sagte, es sei ein "schwieriges Jahr" für die Landwirte und Winzer mit einer "unbefriedigenden Gesamtsituation" gewesen.
Zudem kritisierte Junk Bundesumweltministerin Barbara Hendricks für ihre Kampagne mit Werbesprüchen analog alter Bauernregeln.
Auch Kreisvorsitzender Manfred Zelder schloss sich der Kritik an. "Sie hat Steuergelder verschwendet auf dem Rücken eines ganzen Berufsverbands", sagte Zelder. Hendricks wollte im Stile alter Bauernregeln mit einer 1,6 Millionen Euro teuren Kampagne für eine naturverträgliche Landwirtschaft und eine Reform der europäischen Agrarförderung werben (der TV berichtete mehrfach). Doch die Kampagne im Jahr des Bundeswahlkampfs ging nach hinten los, Hendricks erntete Kritik von allen Seiten.
Das Schlusswort hatte Arno Weber, Vorsitzender des Milchberatungsrings Wittlich-Trier.DER ELEKTRONISCHE FöRDERANTRAG


Extra

Die Anträge zur Agrarförderung, kurz e-Anträge, können ab 2018 nur noch über das Internet eingereicht werden. In diesem Jahr müssen laut Vorgaben 75 Prozent aller Anträge elektronisch eingereicht werden. Die dazu benötigte Software soll in der elften Kalenderwoche, Mitte März, zur Verfügung stehen. Spätester Abgabetermin ist der 15. Mai. Für die Abgabe eines erfolgreichen Antrags gibt es laut Arno Grün fünf Schritte: der Download der Software, die Bearbeitung des Flächennutzungsantrags, die Bearbeitung des Antrags, die Erstellung des Antrags und die Versendung des Antrags. Zur Umstellung gibt es unter anderem Information unter <%LINK auto="true" href="http://www.dlr.rlp.de" text="www.dlr.rlp.de" class="more"%> unter e-Antrag. Darüber hinaus bieten die Kreisverwaltungen in Zusammenarbeit mit dem Dienstleistungszentrum (DLR) Eifel sowie den berufsständischen Organisationen Informationsveranstaltungen an. Die nächste ist am Dienstag, 7. März, um 20 Uhr in der Baldenauhalle in Morbach im Rahmen der Versammlung des Arbeitskreises der Landwirtschaftsmeister.