Viel Armut und viel Fröhlichkeit

Der Hundheimer Sven Schabbach hat mehrere Wochen in einer Schule in Guatemala mitgearbeitet. Von seinen Erfahrungen berichtet er am Dienstag, 15. Juli im Morbacher Pfarrheim.

Morbach. Patenschaften für Kinder in der dritten Welt, um diese mit meist geringen monatlichen Beiträgen zu fördern, sind nichts Ungewöhnliches. Doch das war dem Hundheimer Sven Schabbach nicht genug. Er hat sich mehrere Wochen im mittelamerikanischen Guatemala aufgehalten, um dort mehrere Wochen bei Procedi, einem Projekt des evangelischen Jugendwerks, mitzuarbeiten. In den Armenvierteln waren die ersten Eindrücke niederschmetternd: "Mein Gott, wie die hier leben", war der erste Eindruck des 34-Jährigen. Die Menschen wohnen in Wellblechhütten mit plattgetrampelten Erdboden. Die Einrichtung besteht oft aus gesammeltem Abfall wie zerrissenen Sesseln. "Doch Fernseher sind da", sagt er. Schabbach hat in einer Schule mitgearbeitet, mit den Jungen und Mädchen Ausflüge unternommen und dabei das Land kennengelernt. 69 Prozent der Kinder werden zwar eingeschult, aber nur wenige würden einen Abschluss machen. Denn aus Armutsgründen müssten viele Kinder arbeiten. Auch bei Abschluss können nur wenige Kinder lesen und schreiben. Das liegt auch an den schlecht ausgebildeten Lehrern. Diese könnten von ihrem Gehalt von 150 Euro nicht leben, so dass sich diese möglichst andere Beschäftigungen suchen. Doch die Mitarbeit in der Schule hat Schabbach Spaß gemacht: "Ich habe bei den Kindern viele lachende Gesichter gesehen", sagt er. Für einen Jungen, den er bei seinem Aufenthalt kennen gelernt hat, hat er jetzt die Patenschaft übernommen. Das mittelamerikanische Guatemala hat Schabbach gut gefallen. "Das Land ist kulturell interessant und die Landschaft beeindruckend." Für sich selbst hat er positive Erfahrungen mitgebracht: "Wenn man hilft, dass es anderen besser geht, geht es einem selbst besser." cst
Sven Schabbach berichtet von seinen Erfahrungen in Guatemala am Dienstag, 15. Juli, um 19.30 Uhr im Morbacher Pfarrheim.