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Viel Aufmerksamkeit für neuen Bürgermeister

Viel Aufmerksamkeit für neuen Bürgermeister

300 Gäste erlebten eine festliche und heitere Feier zur Ernennung des Morbacher Bürgermeisters Andreas Hackethal. Das neue Verwaltungsoberhaupt rief zur Zusammenarbeit auf und kündigte Bürgerbeteiligung bei der Windkraft an.

Morbach. Mit lang anhaltendem Applaus antworteten die 300 Gäste in dem mit Blumen geschmückten Festsaal der Baldenauhalle auf die Ansprache des neuen Morbacher Bürgermeisters Andreas Hackethal. Der 36-jährige Jurist hatte sich bei den Bürgern, die ihn mit 77,6 Prozent der Stimmen gewählt haben, für deren überwältigenden Vertrauensbeweis bedankt. "Dem will ich mit ganzer Kraft gerecht werden", versprach er. Sein besonderer Dank galt dem ersten Beigeordneten Hans Jung. "Er hat die Fahne in den vergangenen vier Monaten hochgehalten und ist rumgewirbelt", sagte Hackethal. Der 72-Jährige, der durch die Veranstaltung führte, kommentierte diese Zeit schlicht mit den Worten: "Nach bestem Wissen und Gewissen kann ich bestätigen, was der TV geschrieben hat: Es war mehr als eine Urlaubsvertretung."
Dieser Ausspruch sollte nicht der einzige bleiben, der die anwesenden Landtagsabgeordneten, Bürgermeister, Behördenvertreter, Ratsmitglieder, Ortsbeiräte und Vertreter der Partnerstädte schmunzeln ließ. Landrat Gregor Eibes prophezeite seinem Nachfolger jede Menge Arbeit und erinnerte an das TV-Forum zur Bürgermeisterwahl 1997, bei dem der damalige Büroleiter den Kandidaten ankündigte, als Verwaltungschef für Hobbys keine Zeit mehr zu haben. Eibes prophezeite Hackethal jedoch auch viele schöne Begegnungen mit lieben Menschen.
Otto-Maria Bastgen, Bürgermeister der VG Kröv-Bausendorf und Kreisvorsitzender des Gemeinde- und Städtebunds, zitierte einen Bürgermeister, der nach 20 Jahren im Amt feststellte, dass es wichtig sei, trinkfester als alle Ratsmitglieder zu sein.
Doch gab es in Morbach nicht nur Amüsantes und viele gute Wünsche, die auch Jeanine Domat, Bürgermeisterin von Morbachs Partnertstadt Pont-sur-Yonne, überbrachte, es gab auch Neuigkeiten. Hackethal kündigte an, sich beim Weiterentwickeln der regenerativen Energiegewinnung für Beteiligungsmodelle einzusetzen. Bürger sollten zusehen können, wie sich ihre eigenen Windräder drehen.
Jürgen Jakobs, der für die Ratsmitglieder sprach, bat um Unterstützung für eine Initiative zur Erhaltung der Polizeiinspektion (siehe Extra). Zum Schluss dankte der neue Bürgermeister den Organisatoren der vom Morbacher Blechbläserensemble begleiteten Veranstaltung, allen voran seinem Kontrahenten bei der Wahl, Büroleiter Theo Gätz.
Er rief seine neuen Mitarbeiter angesichts der umfangreichen Arbeit, die auf die Verwaltung wartet, zum Mannschaftsspiel auf. Dieses solle umgehend mit dem Stürmen des Büfetts beginnen. Die übrigen Gäste folgten willig.
Extra: Die Bürgermeister der vergangenen Jahrzehnte


Bis 1878 hat die Verwaltung die Reihe der Morbacher Bürgermeister zurückverfolgt. Fotos dieser Amtsinhaber hängen im Sitzungssaal der Einheitsgemeinde. Der erste dieser Reihe ist Jakob Christoph Hungershöfer, der von 1878 bis 1911 Bürgermeister des Amtes Morbach war. Ihm folgten Karl Hoffmann (1912 bis 1917), Ernst Stahlberg (1918 bis 1934), Willi Lenz (1934 bis 1944), Albert Gerth (1945 bis 1957) und Peter Wilbert (1957 bis 1965). Zunächst Chef des Amtes und später Bürgermeister der neu gegründeten Verbandsgemeinde Morbach wurde anschließend Arnold Schmidt. Er starb während seiner Amtszeit, die von 1965 bis 1970 dauerte. Seine Nachfolger waren: Ottmar Scholl (VG-Bürgermeister und Bürgermeister der 1975 gegründeten Einheitsgemeinde, 1971 bis 1977), Erwin Lieser (1977 bis 1997) und Gregor Eibes (1997 bis 2011). mai