Viel Licht und ein wenig Schatten

Ein Pilotprojekt von RWE mit LED-Straßenleuchten im Baugebiet "Obig Borhaus" ist vom Ortsgemeinderat gebilligt worden, während gegen das Solardach auf dem Sportlerheim Bedenken bei der Gewährleistung laut wurden.

Im Neubaugebiet „Obig Borhaus“ testen die RWE modernste LED-Technik für die Straßenbeleuchtung. TV-Foto: Herbert Thormeyer

Heidenburg. (doth) Modernste LED- Technik soll das Neubaugebiet "Obig Borhaus" in Heidenburg erstrahlen lassen. Der Ortsgemeinderat gab grünes Licht für die Anschaffung von zehn Leuchten des Modells "BEGA 9007", das auch von den bisherigen Anliegern favorisiert wird. Die Ortsgemeinde zahlt dafür knapp 140 00 Euro. Der Clou: Die Lampen kosten eigentlich 7000 Euro mehr. Dafür testet RWE in seinem Netzgebiet erstmals diese Leuchttechnik in einem Wohngebiet.

"Diese Leuchten verbrauchen nochmals 30 Prozent weniger Strom als unsere Natriumdampflampen", machte Ortsbürgermeister Dietmar Jäger seinem Rat die neue Technik schmackhaft.

RWE testet mit der "BEGA 9007" die Lichtverteilung im Baugebiet. "Wir wollen hier Erfahrungen für eine noch bessere Energieeffizienz sammeln", erklärt Projektleiter Michael Arens. Diese Technik sei so neu, dass es noch gar keine Praxiswerte gebe. RWE-Planer Rainer Heib kann sich eine Verbrauchsreduzierung weit über die 30-Prozent-Marke hinaus vorstellen, aber: "Wir machen das nicht auf Kosten der Sicherheit."

Die pfiffige Leuchtdiodentechnik erlaubt, eine beliebige Zahl der 50 Elemente aus der Lampe zu entfernen, um gerade so viel Licht zu haben, wie gebraucht wird, und damit Strom zu sparen. In den nächsten zwei Jahren will sich RWE in Heidenburg einem Idealwert annähern.

Bei einem weiteren Projekt in Sachen Energieeffizienz, der geplanten Photovoltaikanlage auf dem Dach des Sportlerheims, geht es nicht so schnell voran. Ortsbürgermeister Jäger konnte keinen Beschluss seines Rates für die Anlage herbeiführen, auch nicht mit dem Argument einer drohenden Verringerung der Einspeisungsvergütung durch die künftige Bundesregierung.

Das Problem sieht der Rat in der Gewährleistung. Die Frage wurde laut: Haftet der Händler bei Schäden oder der Hersteller, vor allem vor dem Hintergrund, dass die Anlage in Eigenleistung montiert werden soll? Außerdem monierte das Gremium, nur ein Angebot vorgelegt bekommen zu haben. Weitere Angebote sollen eingeholt und die Sache mit der Garantie geklärt werden, um bei der nächsten Ratssitzung eine breitere Diskussionsgrundlage zu haben.

Das Thema "Licht" zog sich durch die ganze Sitzung. So auch beim Beschluss, einen Kostenzuschuss für eine 9000 Euro teure Flutlichtanlage am Bolzplatz aus dem "Kleinen Kreisprogramm" zu beantragen. "Es kann allerdings sein, dass eine Bezuschussung erst 2011 möglich ist", warnte Jäger.