1. Region
  2. Mosel, Wittlich & Hunsrück

Viel Lob für die Kröver Party-Macher

Viel Lob für die Kröver Party-Macher

Das Mosel-Hochwasser hat die Macher der Jesus-Christ-Birthday-Party vor eine enorme Herausforderung gestellt. Statt 4500 Besucher kamen lediglich 1400 Partywillige. Die jedoch brauchten ihr Erscheinen nicht zu bereuen und freuten sich über eine gelungene Veranstaltung.

Kröv. Der Jugendclub Kröv hatte zwei Tage vor der alljährlichen Jesus-Christ-Birthday-Party ein gewaltiges Problem: Wie schaffen wir es, dass über die Hälfte der erwarteten Besucher zu Hause bleibt? Dieses für einen Veranstalter ungewöhnliche Ziel ergab sich nach dem steigenden Pegelstand der Mosel. Im Vorjahr besuchten noch 4500 Gäste die Veranstaltung. Aber nur 2000 Besucher passen in die Weinbrunnenhalle Kröver Nacktarsch.

Für die anderen 2500 Teilnehmer der Party hatten die jungen Leute neben der Halle ein Zelt vorgesehen, das kurzfristig dem Hochwasser der Mosel weichen musste. "Samstag hatten wir das Zelt aufgebaut, am Mittwoch wieder abgebaut", sagte Sven Schnitzius, Vorsitzender des Jugendclubs Kröv.

Um keine enttäuschten Gäste abweisen zu müssen und die Veranstaltung trotzdem erfolgreich zu organisieren, zogen die Veranstalter alle Register: Über Radio, Printmedien und Internetforen wurden Besucher über die neue Situation informiert, dass maximal 2000 Partygäste eingelassen werden.

Der Jugendclub bezog Polizei und Ordnungsamt ein, um ein Alternativkonzept für die Veranstaltung zu entwickeln. Die Ortsdurchfahrt wurde am Veranstaltungstag komplett gesperrt und als Puffer bei zu vielen Besuchern auf der B 53 eine zusätzliche Aufenthaltszone mit Bierwagen und Imbiss eingerichtet, die Dienst- und Hallenpläne neu eingeteilt sowie die Getränkeversorgung überprüft. "Die große Frage für uns war: Was machen wir, dass nicht zu viele kommen und was machen wir, damit genug kommen?", sagte Schnitzius. Bis zuletzt beantworteten Mitglieder des Kröver Clubs bis zu 100 Anfragen täglich per E-Mail.

Ein dickes Lob sprach Axel Schnitzius von der Bernkasteler Polizei, der mit dem gleichnamigen Vorsitzenden des Jugendclubs nicht verwandt ist, den Veranstaltern aus: "Was die jungen Leute in zwei Tagen als Notfallkonzept konzipiert haben, ist aller Ehren wert."

Letztendlich waren die Bemühungen des Jugendclubs um weniger Besucher vielleicht etwas zu erfolgreich: Mit 1400 Partygästen war die Halle nicht ganz gefüllt. Was allerdings der Stimmung in der Weinbrunnenhalle Kröver Nacktarsch keinen Abbruch tat: "Die Veranstaltung ist sehr gut gelaufen", resümiert Sven Schnitzius. Das befürchtete Chaos sei ausgeblieben. Der vom Jugendclub engagierte Diskjockey habe durch eine gute Musikauswahl für eine gute Stimmung gesorgt. "Wir wollten trotz aller Widrigkeiten in diesem Jahr eine tolle Party, das war unser Ziel", sagte der Vorsitzende. Und das hat der Jugendclub Kröv offenbar erreicht: Die 17-jährige Lena aus Monzelfeld besuchte zum zweiten Mal die Jesus-Christ-Birthday-Party. "Weil es im letzten Jahr so cool war", sagte sie. Der 18-jährige Kilian aus Ürzig war extra früher gekommen, um bei einem größeren Besucheransturm auf jeden Fall zur Party eingelassen zu werden. Genauso wie die 18-jährige Laura aus Manderscheid, die mit 50 anderen Jungen und Mädchen per Bus angereist war. "Der Bus ist eine halbe Stunde früher gefahren. Jetzt hoffen wir, dass es so gut wird wie die letzten Jahre", sagte sie.