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Viel Tradition und Tränchen zum Abschied

Viel Tradition und Tränchen zum Abschied

Für die meisten Wittlicher gehört das Adventskonzert in der Synagoge genauso zu Weihnachten wie der Tannenbaum. Die meisten Besucher kommen schon seit vielen Jahren, wenn Sebastian Langner mit seinen musikalischen Freunden zum ersten Advent einlädt.

Wittlich. Die Mischung der Stimmen und der Instrumente, die man dem Programmheft entnehmen kann, lassen es schon vermuten: Es wird kein alltäglicher Musikabend in der Synagoge in Wittlich. Es sind Sopran-, Mezzosopran- und Baritonstimme auf der Bühne, dazu kommen Klavier, Oboe und Horn.
Moderiert wird der Abend und auch der zweite Termin am Sonntagnachmittag von Walter Feltes, der sich zunächst einmal freut, dass alle wieder da sind, denn im vergangenen Jahr musste die Veranstaltung ausfallen, weil Heinz Coen am Klavier verhindert war. Walter Feltes: "Bei so einer gewachsenen Veranstaltung kann man nicht einfach jemanden ersetzen."
Und dann ging es los mit dem "Hosianna dem Sohne David" von Georg Philipp Telemann, das durch seine schlichte Festlichkeit besticht und sehr gut für kleine Besetzungen ist und somit als Einstieg sehr gut geeignet war. Im zweiten Stück "Ich harrete des Herrn" kamen Horn (Michael Klink) und Klavier (Heinz Coen) besonders zur Geltung. Sie legten den Sängern einen dicken Klangteppich aus, auf dem sie ihre Stimmen ausbreiten konnten.
Bei der anschließenden "Arie für Bariton" hörte man die Sangesqualitäten von Sebastian Langner, der in ungeahnte Tiefen der Stimme vordrang. In "Romance" zeigte sich, wie wunderbar Oboe (Barbara Görgen-Mahler) und Horn harmonieren. Der warme Holzklang und das volle Horn brachten die Besucher schon ein deutliches Stück näher an den Advent. Gedanken um diese Zeit hat sich auch Walter Feltes gemacht, der dazu anregt, doch einfach mal die Dinge anders zu sehen und beispielsweise einem hektischen Tag etwas Gutes abzugewinnen, denn es war "Ein Tag voller Leben". Tabea Mahler sang in Anschluss das Wiegenlied "Schlaf mein Liebster" von Johann Sebastian Bach, das zart und heimelig wirkte.
Ein besonderes Stück brachte die Gruppe mit einem spanischen Ave Maria auf die Bühne. Dabei begann der Mezzosopran, und Sopran und Bariton kamen etwas später dazu. Bei den Zuhörern kam das Stück sehr gut an, es gab noch mehr Applaus als bei den anderen Stücken, und dem ein oder anderen huschte ein Lächeln übers entspannte Gesicht.
Ins Konzert kommt Christopher Schmitt schon seit einigen Jahren regelmäßig. Ihm gefällt die Mischung: "Es ist immer sehr abwechslungsreich, die Kombination der verschiedenen Stimmen und Instrumente." Monika Schäfer, die ebenfalls schon öfter da war, berichtet: "Es ist für mich eine warme Art, mich auf die Adventszeit einzustimmen. Das Ave Maria hat mir heute besonders gut gefallen."
Die zweite Hälfte des Konzerts war geprägt von traditionellen Weihnachtsliedern. Die Besucher konnten hier teilweise mitsingen, was sie auch taten. Mit dem Wiegenlied "Guten Abend, gut' Nacht", bei dem einige Besucher ein Tränchen im Auge hatten, ging die Veranstaltung zu Ende.