Viele aus Thalfang, keine aus Birkenfeld

Viele aus Thalfang, keine aus Birkenfeld

Wo kann man im neuen Nationalpark gut essen gehen? Auswärtige erfahren dies im Tourismusportal des Landes. Dort wird man durchaus fündig. Doch wer sich dort informiert, erhält einseitige Infos. Es gibt viele Gaststätten in den Verbandsgemeinden Thalfang und Hermeskeil, doch nur drei aus dem Kreis Birkenfeld.

Birkenfeld/Thalfang. Die Region mit allen Sinnen entdecken: Das wollen die meisten Touristen, die, angelockt vom neuen Nationalpark Hunsrück-Hochwald, den Weg in die Region finden. Und da rangieren kulinarische Spezialitäten für viele sicherlich nicht weit hinter dem Naturerlebnis. Darauf hat sich auch die Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH eingestellt, die den Nationalpark auf ihrem Internetportal Gastlandschaften Rheinland-Pfalz prominent bewirbt. "Freuen Sie sich auf regionale Spezialitäten wie zum Beispiel gefellde Klees, Grombierwurschd oder Spießbraten", heißt es dort.
Doch die Liste der Einkehrmöglichkeiten birgt eine Überraschung: 20 Gastronomiebetriebe (Stand: Freitagabend) sind dort aufgeführt, von denen aber nur drei im gesamten Nationalparkkreis Birkenfeld liegen - und zwar die Gaststätte Bauer Beelitz in Gösenroth, das Hotel-Restaurant Steuer aus Allenbach und das Restaurant Café Villa in Idar-Oberstein. Die Verbandsgemeinde Thalfang ist dort mit sechs Betrieben vertreten, unter anderem dem Haus Hochwald in Horath. Aus der Stadt Hermeskeil kommen gleich neun.
Zugespitzt heißt das: Einer Familie aus Norddeutschland, die einen Urlaub in der Nationalparkregion plant und sich auf die Angaben im Portal des Landes verlässt, muss der Kreis Birkenfeld als gastronomisches Notstandsgebiet erscheinen, in dem man nur mit Lunchpaket überleben kann. Wie kann das sein?
Christina Schreiner, Pressereferentin bei der Rheinland-Pfalz Tourismus, hat eine einleuchtende Erklärung: "Für den Inhalt der Liste sind wir nicht zuständig. Wir stellen nur den redaktionellen Rahmen bereit. Einzelne Betriebe können von den verschiedenen Tourist-Informationen über die Software Deskline hinzugefügt werden." Im Klartext bedeutet das: Während die Touristiker aus Thalfang und Hermeskeil ihre Cafés und Gaststätten schon lange gemeldet haben - das Infoportal zum Nationalpark war schon vor der Eröffnung freigeschaltet -, haben ihre Kollegen in Idar-Oberstein und Herrstein dies offenbar noch nicht erledigt.
"Wir sind noch dabei, das einzupflegen", sagte Claudia Neumann von der TI Idar-Oberstein, während bei der TI Deutsche Edelsteinstraße kein zuständiger Ansprechpartner zu erreichen war. Im Sinne von Gastwirten und Touristen wäre es sicherlich, wenn das Versäumnis schnell nachgeholt würde. Denn zum Thema Gastronomie im Nationalpark ist das Portal der Rheinland-Pfalz Tourismus bislang das einzige zentrale Infoangebot, auf das auch die eigenständige Internetseite des Nationalparks unter dem Punkt "Gast sein" verweist. Ein weiteres Manko kommt hinzu: Weil die TI Birkenfelder Land aufgrund des Ausscheidens der Verbandsgemeinde Birkenfeld aus der Naheland-Touristik nicht berechtigt ist, Betriebe zu melden, werden sich dortige Gaststätten auch künftig nicht im Schaufenster Gastlandschaften präsentieren können. mif
Das Nationalparkportal der Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH ist unter der Adresse <%LINK auto="true" href="http://www.gastlandschaften.de/" class="more" text="www.gastlandschaften.de/"%> nationalpark-hunsrueck-hochwald im Internet zu finden.

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