Viele Bälle, wenige Hallen

WITTLICH. Europa zu Gast bei Freunden: Am ersten Augustwochenende ist in Wittlich Stelioplast-Cup: Ein Großereignis für Handballfans, das die HSG (Handballspielgemeinschaft) Wittlich organisiert – zum achten Mal ohne öffentliche Gelder. Dieselben endlich anzupacken fordert der sportliche Leiter der HSG, Axel Weinand: Und zwar für eine Großsporthalle.

"Die Hallensituation in der Stadt ist bekannt. Die Schülerzahlen sind explodiert. Irgendwann ist bis 20 Uhr Sportunterricht. Wenn jetzt noch ein Gymnasium Ganztagsschule würde, dann könnten fast alle Hallensportler in Vereinen einpacken, weil es einfach keine Trainingszeiten mehr gibt", sagt Axel Weinand. Er weiß, dass auch die Schulen mit der Raumnot zu jonglieren haben. "Jeder kann morgens die Schüler-Prozession von Cusanus-Gymnasium und Realschule zur BBS beobachten", sagt der sportliche Leiter der HSG Wittlich. Deren Jugendarbeit ist sehr erfolgreich, leistungsorientiert. Das ist etwas, was sich auch Kommunalpolitiker immer wünschen. Von den 480 HSG-Mitgliedern sind über 250 Jugendliche unter 18 Jahren, viele kommen aus dem ganzen Kreis. Der HSGler weiß, dass er nicht alleine ist, mit seinem Wunsch nach einer Großsporthalle. Die Vereine müssen sich arrangieren und Abstriche machen, an den Schulen fällt Sportunterricht aus oder er muss bis in die Abendstunden verlegt werden, Sportarten wie Hand- oder Basketball können teilweise nicht unterrichtet werden (der TV berichtete). Zuletzt vor einem halben Jahr nahm die Kreisverwaltung zur Hallensituation in Wittlich Stellung. Man müsse "in Anbetracht der finanziellen Situation des Landkreises" Prioritäten setzen und die lägen bei "Sanierung, Unterhalt und Ausstattung der Bestehenden schulischen Gebäude". Allerdings gibt es Neues zu vermelden - aus Traben-Trarbach. Da hat der Stadtrat nach einem Ortstermin mit der ADD den Kreis gedrängt, die Schulsportsituation am Gymnasium zu verbessern. Am 18. Juli, soll der Kreisausschuss entscheiden, ob das Gymnasium eine größere Halle bekommt, die hauptsächlich mit Landes- und Kreismitteln finanziert werden müsse. Das wünschte sich Axel Weinand auch für Wittlich: "In einem Mittelzentrum wie Wittlich wird es doch vor allem auch wegen der weiter führenden Schulen nicht weniger Kinder geben. Da hat man jahrelang geschlafen und die Entwicklung nicht kommen sehen. Ordentlicher Schulsportunterricht kann doch schon gar nicht mehr stattfinden, geschweige denn Vereinsarbeit." Er erinnert an das Sportstättenfördergesetz, wonach Vereinen eine kostenlose Nutzung möglich gemacht werden soll: "Aber wenn keine Sportstätten mehr da sind, ist das schon zu prüfen!" Natürlich wüssten die Sportvereine auch Bescheid über die Kosten einer Halle, insbesondere für den Unterhalt, aber nach jahrelangem Warten könne doch nur das Fazit sein: "Man kennt das Problem. Dann ändert man das Problem. Es wird ja nichts unternommen! Eine vernünftige Sporthalle, am besten zwischen Gymnasium und Realschule, müsste hier hin!"

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