Viele Betten, höhere Abgaben

Für den Wirtschaftsbereich Tourismus in der Verbandsgemeinde (VG) Wittlich-Land muss bis zum Jahr 2018 eine Übergangslösung her. Der Grund: Die alte VG Manderscheid ist als Gesellschafter noch bis zu dem Zeitpunkt an die Gesundland Vulkaneifel GmbH gebunden. Das kostet pro Jahr rund 300 000 Euro.

Wittlich/Manderscheid. Die Fusion zweier Verbandsgemeinden hat finanzielle Auswirkungen für die Ortsgemeinden und die Bürger. Die Kanal- und Wassergebühren müssen angeglichen werden, ebenso die VG-Umlage, die die Ortsgemeinden zahlen müssen. Auch die Tourismusfinanzierung muss angepasst werden. Im Fall Wittlich-Land/Manderscheid ist dies eine höchst komplizierte Angelegenheit, weil in der ehemaligen VG Manderscheid der Tourismus eine größere Rolle spielt und daher der Finanzbedarf auch höher ist.
Im Jahr 2018 wird die VG Wittlich-Land ein neues Konzept für die Finanzierung des Tourismus erstellen. Warum nicht schon früher? Denn die Fusion erfolgte ja bekanntlich am 1. Juli 2014. Der Grund: Die Manderscheider Gemeinden hatten die Aufgaben des Tourismus im Jahr 2005 an die Verbandsgemeinde delegiert. Dies war in Wittlich-Land nicht der Fall.
Die Verwaltung der neuen VG hat die Aufgabe für das Gebiet Manderscheid weiter wahrgenommen, was im Jahr rund 300 000 Euro kostet. Der größte Teil diese Kosten, rund 250 000 Euro fließt in die Werbeorganisation Gesundland Vulkaneifel GmbH. Der Vertrag der VG Manderscheid mit der Gesundland Vulkaneifel läuft noch bis 2018. Gesellschafter sind die Ortsgemeinde Bad Bertrich sowie die Verbandsgemeinden Daun, Ulmen, und Wittlich-Land (vorher Manderscheid). Es muss nun also für drei Jahre - von 2016 bis 2018 - eine Übergangslösung her. Diese Lösung, die der VG-Rat vergangene Woche bei einer Gegenstimme beschlossen hat, sieht vor, dass sich die Sonderumlage Tourismus für die Gemeinden in der ehemaligen VG Manderscheid in Höhe von 3,15 Prozent ab 2016 nicht wie vorher nach der Finanzkraft einer Gemeinde, sondern nach touristischen Kriterien richtet. Vier Stufen gibt es: Es wird unterschieden in touristisch geprägte Orte, touristisch weniger geprägte Orte, Orte am Eifelsteig oder Maare-Mosel-Radweg und Orte ohne besonderen Tourismus.
Das bedeutet, manche Orte zahlen bis 2018 weniger, andere mehr.
Kommunal reform


Die größten Differenzen ergeben sich für die Stadt Manderscheid, und die Ortsgemeinden Meerfeld, Großlittgen, Greimerath, Wallscheid, Niederöfflingen, Eisenschmitt, Gipperath und Niederscheidweiler. Dabei wird deutlich, dass touristisch geprägte Orte, also Orte mit vielen Gästebetten, in den kommenden drei Jahren mehr und Orte mit wenigen oder überhaupt keinen Gästebetten weniger zahlen müssen.
Im Einzelnen: Manderscheid zahlt pro Jahr rund 12 500 Euro und Eisenschmitt knapp 4000 Euro mehr. Für die finanzstarken Orte Greimerath und Wallscheid bedeutet die neue Berechnung rund 9000 Euro weniger Tourismusabgaben. Rund 5500 Euro weniger zahlt Großlittgen. Und rund 4000 Euro verbleiben in den Kassen der Gemeinden Hasborn, Niederöfflingen, Gipperath, Oberöfflingen und Niederscheidweiler.