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viele Covid-19-Infizierte in der Einheitsgemeinde Morbach

Corona : Corona: Was ist da in Morbach los?

Wo kommen die vielen Covid-19-Infizierten in der Einheitsgemeinde Morbach her? Diese Frage stellt sich, wenn man die Entwicklung der Infiziertenzahlen im Verlauf des Monats Oktober betrachtet. Waren am 8. Oktober nur zwei Personen in der Einheitsgemeinde von einer Infektion mit dem Virus betroffen – bei 40 Personen im Kreis – so ist diese Zahl binnen drei Wochen auf 51 gestiegen.

Was bedeutet: bei 272 Infizierten im Landkreis (Stand 29. Oktober) kommt fast jeder fünfte aus der Einheitsgemeinde. Die stellt mit 10 800 Einwohnern nur rund zehn Prozent der Bevölkerung im Landkreis. Während die Steigerungen in anderen Kommunen auch auf Einzelereignisse wie die Verbreitung des Virus in Senioreneinrichtungen oder auf Ausflugsschiffen auf der Mosel zurückzuführen ist, gibt es in Morbach offenbar keine derartigen Cluster. „Es gibt ein diffuses Infektionsgeschehen“, sagt Bürgermeister Andreas Hackethal. Einen einzelnen großen Anlass, der zur Verbreitung des Virus gesorgt habe, habe es nicht gegeben, sagt er. Die Infektionen beträfen alle Ortsteile der Gemeinde und alle Altersstufen.

Manuel Follmann von der Kreisverwaltung bestätigt diese Aussage. Die Infektionen in der Einheitsgemeinde hätten sich zumeist über den privaten oder den beruflichen Bereich ergeben. Es sei erkennbar, welche Infekte zusammenhängen könnten. Die Kreisverwaltung untersuche diese Verbindungen aber nicht nachträglich wie bei einer Ursachenforschung, sondern arbeite in die Zukunft und konzentriere sich darauf, Kontaktketten zu unterbrechen.

Bürgermeister Hackethal appelliert an die Bevölkerung, Kontakte zu anderen Personen auf ein Mindestmaß zu reduzieren. Besonders gegenüber Risikogruppen solle man sich vernünftig verhalten. Erste kleinere lokalpolitische Konsequenzen hat der Bürgermeister bereits gezogen. Die Fachausschüsse, die im Sitzungssaal des Rathauses getagt haben, werden – wie der Gemeinderat – in den größeren Festsaal der Baldenauhalle umziehen. „Stand heute sollen die Gremien weiter tagen“, sagt er. Ansonsten lebe man „Von der Hand in den Mund“. Das bedeutet: Noch fehlen Vorgaben aus Mainz, wie das Land auf die derzeitige Entwicklung der Pandemie und die Beschlüsse der Ministerpräsidenten und der Bundeskanzlerin im Detail reagiert. „Wir warten auf eine Rechtsgrundlage oder ein Gesetz für Maßnahmen, wie es im Einzelnen weiter gehen soll“, so Hackethal.