Viele Newcomer und ein Abschied

Besonders viele Vorträge haben in diesem Jahr die Morbacher Kappensitzung geprägt. Lokale Themen, die die Dilldappen besonders inspiriert haben: der Bürgermeister mit seiner Fellmütze als kommender Putin, die Kneipenlandschaft und die neue Blaue Tonne.

Morbach Eine Kappensitzung lebt vom Mix aus Vorträgen und Tanzvorführungen. Aber schon lange haben die Morbacher Dilldappen nicht so viele Vorträge gehabt wie in diesem Jahr. Besonders die jungen und neuen Büttenredner haben unter dem Motto der diesjährigen Session "Keine Obergrenze für Narren - Carnival first" für zahlreiche Highlights gesorgt.
An erster Stelle zu nennen sind da die neunjährige Franziska Gauer und ihr 14-jähriger Bruder Felix. "Ich bin nicht doof, ich habe nur Pech beim Denken", sagt Franziska, worauf ihr Bruder antwortet: "Dein Schaukelpferd hat wohl zu nah an der Wand gestanden." Die gekonnte Vorstellung der beiden ist von den 250 Zuschauern mit Ovationen im Stehen gefeiert worden. Ein weiterer junger Büttenredner: Der 18-jährige Nils Tuschik, der ab und an macht, "watt man eigentlich nicht macht", zum Beispiel mit dem Porsche Cayenne zum Bio-Supermarkt zu fahren, um Bananen aus der Region zu kaufen.
Ebenfalls neu in der Bütt: Thomas Gauer als Mann vom Amt, der sich in Reimform auf anschauliche Weise an seine erste Fastnachtsfeier im Rathaus erinnert. Kurt Müllers war bei Frau Merkel zum Vorstellungsgespräch zum Amt des Bundespräsidenten. "Aber von der Bananenrepublik zu reden, kam nicht so gut an." Zudem spricht er sich in der Bütt für einen Höchstlohn aus ("Dann bräuchten wir hier nicht so viele Sparkassenfilialen zu schließen.").
Das Dorfgeschehen haben Andreas Schäfer und Frank Retzler zusammen mit Michael Pauly aufs Korn genommen. Mehr Franziska-Fleckser-Traumschleifen als offene Kneipen in Morbach, viele Gags um die Zahl sieben, wie sieben Trainer in sieben Jahren beim SV Morbach bei sieben Saisonsiegen haben den Vortrag geprägt. Immer wieder ein Thema ist Bürgermeister Andreas Hackethal gewesen, der im Herbst 2016 mit Fellmütze eine Gemeinderatssitzung eröffnet hatte. "Der kommende Putin, so forsch, wie der die Thalfanger Dörfer annektiert." Ebenfalls gut angekommen in der Bütt: Thomas Jakobs als Hausrenovierer und Winni Faller, der im Mülleimer mit blauem Deckel allerhand zu berichten weiß. Doch galt es bei den vielen Newcomern auch ein Urgestein der Morbacher Dilldappen zu verabschieden: Der sieben mal elf Jahre alte Franz "Kuppa" Decker (Prolog) hat nach fünf mal elf Jahren aktiver Fastnacht seinen Abschied aus der Bütt bekannt gegeben.
Für die Umrahmung der Kappensitzung haben die "Funken, das sind wir", die Nachwuchsgarde und das Männerballett gesorgt. Als auswärtige Gäste haben die Monzelfelder Stockveel mit ihrem A-Capella-Gesang für Abwechslung gesorgt. Und noch ein Newcomer: Christian Mutsch hat erstmals die Allemollis am elektrischen Piano unterstützt.
Die Aktiven: Sitzungspräsident: Thomas Alberts; Präsident: Frank Retzler; Kinderpräsident: Luca Marx; Prolog: Franz Decker; Funkenmariechen: Romy Wagner und Kenny Retzler, Trainerinnen: Lisa Jung und Tinchen Anton; Funken, das sind wir, Trainerinnen: Tinchen Anton und Lisa Jung; Nachwuchsgarde, Trainerin: Jennifer Anton; Männerballett, Trainerin: Camilla Müller; Geschwister: Felix und Franziska Gauer; Hausrenovierer: Thomas Jakobs; Mann vom Amt: Thomas Gauer; Dorfgeschehen: Frank Retzler, Andreas Schäfer, Michael Pauly, Winni Faller; Allemollis, musikalische Leitung: Christian Mutsch; Präsidentschaftskandidat: Kurt Müllers; Winnitonn & Oldpaper: Winni Faller; Premiumfunken Flugenten über Morbach: Sonja Alberts, Kathrin Eltges, Nadine Klingler, Alice Paul, Elke Röder, Isabell Schuh; Stockveel Monzelfeld, musikalische Leitung: Manfred Bach; Veganer und Fleisch: Nils Tuschik.
Mehr Fotos und Berichte gibt es unter <%LINK auto="true" href="http://www.volksfreund.de/karneval" text="www.volksfreund.de/karneval" class="more"%>

Extra

Sprüche des Abends:


(cst) Kurt Müllers anlässlich der Morbacher Weihnachtsbeleuchtung: "Brennt die bis Ende Januar, um von den Gelben Säcken abzulenken?" Andreas Schäfer zum Unterschied zwischen den Bildern des Morbacher Malers Terwei und des Hundheimer Künstlers R.O. Schabbach: "Echte Terweis hängen noch nach 70 Jahren ganz im Wohnzimmer, schlechte Schabbachs gammeln am Morbacher Kreisel."

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