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Viele sollen von der Pacht profitieren

Viele sollen von der Pacht profitieren

Das Land verpachtet rund um den Ranzenkopf Flächen, auf denen Windräder errichtet werden sollen. Die Kommunen sollen an den Einnahmen beteiligt werden. Dafür haben das Land sowie Vertreter der betroffenen Kommunen einen Solidarpakt unterzeichnet, der die Verteilung regelt.

Morbach/Bernkastel-Kues. Ein Solidarpakt soll es möglich machen, dass die Gemeinden rund um den Ranzenkopf von der Windkraft profitieren. Leo Wächter, Beigeordneter der VG Bernkastel-Kues, Andreas Hackethal, Bürgermeister der Einheitsgemeinde Morbach und Gerd Womelsdorf, Leiter des Forstamtes Idarwald in Rhaunen und Beauftragter des Landes, haben jetzt eine entsprechende Vereinbarung unterschrieben. Dabei geht es um den Windpark mit 17 möglichen Standorten für beabsichtigte Anlagen, von denen fünf auf dem Gebiet der Einheitsgemeinde Morbach liegen sowie zwölf auf dem Gebiet der VG Bernkastel-Kues. Von diesen zwölf würden wiederum elf im Staatswald errichtet werden.

Das bedeutet: Die Gemeinden, auf deren Flächen diese elf Windräder errichtet werden, gingen leer aus, sagt Wächter. Denn wenn das Land als Eigentümer die Flächen an einen Betreiber verpachtet, kassiert es wie jeder andere Grundbesitzer die Jahrespacht für jedes Windrad. Die Höhe der Pacht ist noch nicht ausgehandelt, liegt aber üblicherweise je nach Standort zwischen 40 000 und 60 000 Euro. Doch das Land will die entsprechenden Kommunen beteiligen, um die Akzeptanz der Bevölkerung für die Windräder zu erhöhen: 20 Prozent der Pacht will das Land an die betroffenen Kommunen freiwillig abgeben.

Veldenz, Gornhausen, Brauneberg, Piesport und Wintrich würden dann von der Pacht einen Anteil von zehn Prozent erhalten, die anderen zehn Prozent sollen zwischen den Orten der VG Bernkastel-Kues ohne Windräder sowie der Stadt und der VG selbst aufgeteilt werden. Das Land hat für seinen finanziellen Verzicht diesen Solidarpakt zur Auflage gemacht. Doch können sich die Ortsgemeinden der VG Bernkastel-Kues nicht direkt über mehr Geld im Haushalt freuen. Denn in der Mosel-VG wird für die Windräder eine Anstalt des öffentlichen Rechts (AÖR) gegründet, in die die Anteile fließen. Diese AÖR wird dieses Geld in erneuerbare Energien reinvestieren, sagt der Beigeordnete, der gleichzeitig Vorsitzender dieser AÖR ist. Dadurch werde die Rendite höher als bei der reinen Verpachtung der Flächen, sagt Wächter. Wie hoch diese sein wird, steht derzeit noch nicht fest.

Anders sieht es in der Einheitsgemeinde Morbach aus, denn deren möglichen Standorte liegen im kommunalen Wald. Das heißt: Die jährliche Pacht fließt komplett an die Einheitsgemeinde. Ein Sonderfall ist ein mögliches Windrad auf der Gemarkung Brauneberg.

Denn das Waldstück, auf dem diese Anlage entstehen könnte, ist im Eigentum der EG Morbach. Dieses wird genauso behandelt wie die Windräder im Staatswald: Morbach kassiert 80 Prozent der Pacht, die anderen 20 Prozent fließen wie das Pachtgeld aus dem Staatswald in die AÖR der VG Bernkastel-Kues.

Hackethal sagt, dass erst die vorgesehenen Prüfungen wie zum Umweltschutz ergeben, wie viele Windräder nachher tatsächlich gebaut werden.