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Viele Veranstalter aus Bernkastel-Wittlich haben keine Aufträge mehr

Coronavirus : Eine Absage nach der anderen – Viele Veranstalter aus Bernkastel-Wittlich haben keine Aufträge mehr

Eine Branche, die das Kontaktverbot derzeit besonders betrifft, sind die Veranstalter. Sowohl die Techniker, als auch die Planer und Cateringservices haben für die nächsten Monate keine Aufträge mehr.

Von Konzerten über Hochzeiten bis hin zu Messen: Die Bandbreite an Veranstaltungen ist groß. Während die Firmen Anfang des Jahres noch viele Aufträge annehmen konnten, sieht die Realität jetzt anders aus. Für die nächsten Monate sind auch regional alle Aufträge zurückgezogen worden, die Unsicherheit bei den Unternehmen ist groß.

Das Veranstaltungstechnikunternehmen Triacs aus Föhren, dessen Angebot normalerweise Messen, Konzerte und Firmenveranstaltungen oder den Wittlicher Firmenlauf abdeckt, hat für alle Veranstaltungen bis Ende Juni Absagen bekommen. „Das bedeutet für uns Einbußen von 100 Prozent für die nächsten drei Monate“, sagt Udo Treimetten, Geschäftsführer bei Triacs. Für seine Mitarbeiter habe er Kurzarbeit beantragen müssen, das Verständnis in der Belegschaft sei dafür aber groß gewesen.

Ein bedeutendes Problem sieht Treimetten darin, dass noch nicht abschätzbar ist, ab wann Veranstaltungen wieder erlaubt werden könnten. „Die Zeit, die es jetzt unter Umständen noch braucht, bis die Höchstzahl an Coronfällen erreicht ist, wird es im Nachgang auch brauchen, bis langsam wieder alles hochgefahren werden kann“, so Treimetten. Auch der Firmenlauf in Wittlich Mitte Juni müsse in diesem Jahr auf unbestimmte Zeit verschoben werden.

Können die Unternehmen in einer Zeit wie dieser überhaupt ruhig bleiben? „Die Folgen kann derzeit niemand abwägen. Die Aufträge gingen dieses Jahr von 100 auf null Prozent, und so wird es auch wieder hochgehen, wenn Veranstaltungen wieder erlaubt sind. Bis das wieder anlaufen kann, müssen wir alle durchhalten“, sagt Treimetten.

 Aber nicht nur größere Veranstaltungstechniker sind von den Entwicklungen betroffen. Sascha Riedl von Riedl Veranstaltungstechnik in Morbach ist selbstständig und auch ihn haben in den vergangenen Wochen viele Absagen von Abiturfeiern, Hochzeiten und Musikvereinkonzerten erreicht. „Von den Aufträgen, die für dieses Jahr schon reingekommen waren, hätte das für viele Firmen eigentlich eines der besten Jahre werden können“, sagt Riedl. Normalerweise arbeite er bei den Aufträgen immer eng mit Elisabeth Wirz von Wirz Veranstaltungstechnik zusammen – jetzt setzen sie sich gemeinsam dafür ein, ihre Hilfe bestmöglich anzubieten. „Bis Ende Juni wurden die Veranstaltungen abgesagt, wir brauchen unser Equipment deshalb im Moment nicht. Dann kann man es auch zur Verfügung stellen“, sagt Riedl. Beispielsweise könnten sie dem Technischen Hilfswerk (THW), dem DRK und der Feuerwehr bei Bedarf kostenlos technisches Equipment zur Stromversorgung oder aber auch größere Fahrzeuge anbieten. Eine andere Möglichkeit sei die professionelle Ausrüstung für Streams, zum Beispiel für Gottesdienste oder auch geschäftliche Videokonferenzen. „Es kann sein, dass wir noch bis Ende des Jahres so durchhalten müssen oder mit geringen Auftragsmengen rechnen können. Da ist es wichtig zusammenzuhalten“, sagt Riedl.

 Auch das Veranstaltungsunternehmen BKS Events ist von den Umständen betroffen. Zwei große Veranstaltungen, deren Umsetzung derzeit noch in den Sternen steht, sind das Moselauenfest und das Weinfest der Mittelmosel in Bernkastel-Kues. „Momentan planen wir die Veranstaltungen als würden sie stattfinden, aber man kann es noch nicht sagen“, sagt Michael Denzer, der für die Planung und Realisierung der Veranstaltungen zuständig ist. Sie seien mit den Sponsoren und Bands für die unterschiedlichen Veranstaltungen im Gespräch, um die bestmögliche Lösung zu finden. Dazu gehöre zum Beispiel auch, die möglichen Stornierungskosten so gering wie möglich zu halten. Ein großer Vorteil zurzeit seien aber die Kontakte untereinander in der Branche, und auch wenn noch unklar ist, wie sich das Jahr entwickelt, bleibt Denzer positiv: „Diese Phase wird die Zusammenarbeit untereinander nochmal festigen.“

Aber haben Unternehmer, die für so große Veranstaltungen verantwortlich sind, nicht Angst, wie sich dieses Jahr noch entwickeln wird? „Ich weiß nicht, ob wir das so überleben werden, aber Luft haben wir. Hoffentlich kommen wir bei dem Ganzen mit einem blauen Auge davon“, sagt Denzer. Außerdem bringe jeder Nachteil auch positive Effekte mit sich.

 Ebenfalls betroffen von den abgesagten Veranstaltungen sind die Cateringfirmen. Eine davon ist Saschas Esskultur in Dreis. „Wir haben zu 100 Prozent Absagen erhalten. Jetzt müssen wir uns einfach anders orientieren und aufstellen“, sagt Sascha Serwaty. Seit dem 21. März bietet er einen Lieferservice für Dreis und die umliegenden Dörfer an. Das seien dann zwar immer nur kleinere Mengen für Familien, aber bisher sei das Angebot gut genutzt worden. In Zeiten wie dieser, in der für mehrere Monate keine Aufträge reinkommen und alles andere abgesagt wurde, sei es wichtig „Solidarität für die betroffenen Branchen zu zeigen und diese zu unterstützen“, sagt Serwaty. Ein weiteres Zusatzprojekt momentan seien Gutscheine für offene Veranstaltungen, die der Cateringservice normalerweise öfter im Jahr anbietet. Diese wären dann für die Zeit nach der Coronapause einlösbar. „Wir haben zum Glück einen tollen Kundenstamm, von dem wir derzeit viel Zuspruch und Unterstützung bekommen“, sagt Serwaty.