Vielfältige Probleme: Galle verspricht Hilfe

Vielfältige Probleme: Galle verspricht Hilfe

Der rheinland-pfälzische Bürgerbeauftragte Ulrich Galle hat sich bei seinem Sprechtag in Wittlich die Probleme von 20 Bürgern angehört. Einige Ratsuchende klagten über Lärm, andere über Schäden am Haus durch die Bauarbeiten für die Gefängniserweiterung.

Wittlich. Der Mann kann reden wie ein Buch — und offensichtlich auch genau so akribisch seine Aufgaben erfüllen. 3252 Bürger haben sich im vergangenen Jahr an Ulrich Galle, den rheinland-pfälzischen Bürgerbeauftragten gewandt. Bei vielen Fällen habe er helfen können, sagt Galle. In der Regel schafft er es nach eigenen Angaben in zwei Dritteln der Fälle positiv einzuwirken.Ulrich Galle befasst sich seit 14 Jahren mit den Problemen, die Bürger mit Behörden und Verwaltungen haben. Als Präsident der Europäischen Ombudsleute kann er über den Tellerrand blicken. Sein Fazit: "Nahezu alle europäischen Länder haben Bürgerbeauftragte, demnach scheint das Amt etwas zu bringen. In Deutschland gibt es Bürgerbeauftragte aber erst in vier Bundesländern." "Das Thema Lärm liegt im Trend"

Bei seinem jährlichen Sprechtag in Wittlich hat sich Galle mit den Problemen von 20 Bürgern befasst. Einer der Hilfesuchenden hat sich bei Galle über den Lärm beschwert, den zwei von der Gemeinde angestellte Rentner beim Mähen einer großen Wiese just immer in der Mittagspause veranstalteten. Gespräche mit den Verantwortlichen hätten nichts gebracht. "Das Thema Lärm liegt im Trend", stellt Galle fest und führt dies unter anderem auch auf die Zunahme des Verkehrs zurück.Zwei Wittlicher Familien hatten sich an den Bürgerbeauftragten gewandt, weil sie der Meinung sind, dass ihre Häuser durch die Bauarbeiten am benachbarten Gefängnis beschädigt wurden. Risse seien durch die Erschütterungen der großen Laster entstanden, eine Garage stürze bald ein, habe es geheißen. Der zuständige Landesbetrieb wolle jedoch keine Entschädigung zahlen.Ein Schulunfall, der sich vor einiger Zeit am Wittlicher Gymnasium ereignet hat, beschäftigt Galle schon länger. Ein Kind war damals in einen Schacht gefallen und musste sich danach schwierigen medizinischen Behandlungen unterziehen. "Der Fall ist fast abgearbeitet", sagt Galle. Auf sein Betreiben hin wurden in dieser Sache die staatsanwaltlichen Ermittlungen, die eingestellt waren, wieder aufgenommen. Die Beschwerdeführerin habe sich über die Unfallkasse und die Kreisverwaltung sowie über die ADD, die sich um die Beschulung des Kindes im Krankenhaus gekümmert habe, positiv geäußert. Auch Galle lobt die Kreisverwaltung in diesem Zusammenhang. Aufgrund dieses Vorfalls hatte er moniert, dass es solche Schächte auch an anderen Schulen gibt. Die Verwaltung habe ohne Umschweife mit der Sicherung der Schächte reagiert.Unter den Ratsuchenden, die sich an Galle wandten, befanden sich außerdem eine Alleinerziehende mit schwer behinderter Tochter und großen Geldnöten und ein 78-Jähriger, dem trotz einer Gehbehinderung keine Parkerleichterung gewährt wurde.Galle verspricht: "Jeder Fall ist gleich wichtig, jeder Fall wird akribisch abgearbeitet."Das Büro des Bürgerbeauftragten ist für die Bürger jederzeit zu erreichen, Telefon: 06131/289990 und per E-Mail: poststelle@derbuergerbeauftragte.rlp.de.

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