Vielfalt ist das Zauberwort

Weiperath/Bernkastel-Kues · Die Vielfaltsmesse Querbeet in Weiperath hat mit ihrem alternativen Angeboten auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Besucher auf das Gelände rund um das Hunsrücker Holzmuseum in Weiperath gelockt. Mit dabei war die neugegründete Cusanus Hochschule aus Bernkastel-Kues.

 Auf der Vielfaltsmesse Querbeet in Weiperath zeigt Elisabeth Loth eine große Auswahl an unterschiedlichen Brotaufstrichen.

Auf der Vielfaltsmesse Querbeet in Weiperath zeigt Elisabeth Loth eine große Auswahl an unterschiedlichen Brotaufstrichen.

Foto: Christoph Strouvelle

Weiperath/Bernkastel-Kues. Brennnessel, Eberesche, Waldmeister oder Königskerze: Elisabeth Loth bietet auf der Vielfaltsmesse Querbeet rund um das Hunsrücker Holzmuseum in Weiperath eine große Auswahl an Brot- und Fruchtaufstrichen sowie Likören und Sirups mit oft außergewöhnlichen Zutaten.

Die zudem alle auf ihre Art und Weise gesund sind: "Gegen jede Krankheit ist ein Kraut gewachsen", sagt Loth. Zum Beispiel Weißdorn: "Der ist gut für die Sauerstoffzufuhr zum Herz", sagt sie. Auf einer großen Tafel vor ihrem Stand können Besucher der Querbeet die passende Pflanze gegen ihre Leiden aussuchen: Löwenzahn hilft gegen Völlegefühl, Schlehe gegen Hals-, Rachen- und Mundbeschwerden. Vieles hat die Ausstellerin von ihrer Großmutter gelernt. Loth: "Die Wirkstoffe in vielen Pflanzen sind natürlicher als Tabletten, die Apotheke Gottes liegt uns zu Füßen."

Damit liegt Loth genau auf der Linie der Hunolsteiner Sabine Lütt und Matthias Kunz. Die beiden haben die Vielfaltsmesse Querbeet organisiert, um die Vielfalt an Gewächsen in Garten und Natur und die Kenntnisse darüber zu erhalten. Großkonzerne stellten oft nur wenige Sorten Pflanzen her.40 Essigsorten

 Bitte mal probieren: Simone Schenk aus Ürzig lässt Detlef und Elke Berger aus Langweiler ihre selbst hergestellten Essige testen (linkes Foto). Auf der Vielfaltsmesse Querbeet in Weiperath zeigt Elisabeth Loth eine große Auswahl an unterschiedlichen Brotaufstrichen. TV-Fotos (2): Christoph Strouvelle

Bitte mal probieren: Simone Schenk aus Ürzig lässt Detlef und Elke Berger aus Langweiler ihre selbst hergestellten Essige testen (linkes Foto). Auf der Vielfaltsmesse Querbeet in Weiperath zeigt Elisabeth Loth eine große Auswahl an unterschiedlichen Brotaufstrichen. TV-Fotos (2): Christoph Strouvelle

Foto: Christoph Strouvelle (cst) ("TV-Upload Strouvelle"


Doch die Natur habe mehr zu bieten: "Wir wollen zeigen, wie toll Vielfalt ist und Lust auf unterschiedliche Nahrungsmittel machen", sagt Lütt.
Zudem wollen die beiden zeigen, dass auch im Kleinen einiges zu bewegen sei und jeder etwas machen könne. Auf der Querbeet-Messe kämen Produzenten und Konsumenten miteinander direkt in Kontakt.
Das ist gut zu merken in der Gatterhalle des Holzmuseums, als Solveig Stiemert aus Brauneberg einen weiteren Besucher zum Testen animiert: "Die wunderbaren Essigsorten sind so lecker, die musst uu unbedingt probieren", sagt sie.
Dort sind Elke und Detlef Berger aus Langweiler bereits fleißig am Testen: Rund 40 Essig- und Chutneysorten mit Sanddorn, Holunder, Birnen oder Bärlauch, alle aus eigener Herstellung haben Simone und Patrick Schenk aus Ürzig mitgebracht. "Die Essigsorten sind sehr fruchtig, die Aromen kommen gut zur Geltung", sagen die Bergers.
Ergänzt wird die Messe mit 25 Ausstellern durch Vorträge von Ernährungsberatung bis hin zu aktuellen Themen wie den derzeit stark diskutierten Freihandelsabkommen TTIP, Ceta und Tisa.
Mit dabei ist auch Julia Fuchte, die das Konzept der Cusanus Hochschule in Bernkastel-Kues vorstellt. Da die Cusanus Hochschule Alternativen zur herkömmlichen Bildung bieten will, sei die Vielfaltsmesse ein guter Ort, um Brücken zu bauen, sagt sie.
"Die Cusanus Hochschule versteht sich als Gestalterin der Gesellschaft. Auf der Querbeet wird durch ökologische Landwirtschaft ebenfalls alternativ Gesellschaft gestaltet", sagt sie.
Trotz des regnerischen Wetters sind die 25 Standbetreiber mit der Resonanz zufrieden: Etwa 800 Besucher sind gekommen und haben wie Hubert Schulze-Neuhoff aus Starkenburg die Möglichkeit genutzt, sich auch das Hunsrücker Holzmuseum anzusehen.
Ihm haben die bemalten Moselsteine am Stand von Silke Kruse aus Briedel besonders gut gefallen. Die Künstlerin ist mit der Resonanz der Besucher sehr zufrieden: "Der Markt ist gut, solche Nischen müssen aktiv betrieben werden."

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