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Vielseitiger Beruf mit großer Zukunft

Vielseitiger Beruf mit großer Zukunft

Der Tag der Altenpflege stieß auf große Resonanz. Die Interessenten darunter Schüler der neunten und zehnten Klassen im Landkreis, erhielten Einblicke in die schulischen und beruflichen Ausbildungsmöglichkeiten.

Bernkastel-Kues. "Der Erfolg des Tages der Altenpflege war nur möglich durch die gute Zusammenarbeit mit den allgemeinbildenden Schulen und den Ausbildungsbetrieben", lobte Schulleiter Willi Günther. "Die Planung war eine Teamleistung von Schülern, Lehrern und Ausbildungspartnern. Wir wollten zeigen, dass das Berufsfeld der Altenpflege attraktiv ist und weit mehr bietet als satt und sauber", ergänzte Simone Schuh, Koordinatorin der Fachschule für Altenpflege.
Nach Einrichtung der Fachschule im Schuljahr 2012/ 2013 hat sich die Schülerzahl auf rund 50 verdoppelt. Wer aber denkt, dass nur Jugendliche in den Klassen sitzen, der irrt. Hier drücken 16- bis 56-jährige nebeneinander die Schulbank. "Es geht um einen tollen Beruf, der vielfältige Beschäftigungsmöglichkeiten bietet", sagen die beiden Mittfünfzigerinnen Margot Heinz und Marita Arnold. Beide sind "Spätberufene", deren vorherige Berufe, in den Bereichen Goldschmiedin, IT und Verkauf, sie nicht ausfüllte. "Mit dem Altenpflegeberuf haben wir genau das Richtige gewählt", schätzen sie ihr neues Beschäftigungsfeld.
Der Umgang mit hilfsbedürftigen Menschen war auch für die 43-jährige Alexandra Waida wichtig beim Wechsel von der Verkäuferin in einem Trierer Modehaus in den Pflegeberuf. Auch Hauswirtschafterin Regina Maas (53 Jahre) fand im Pflegeberuf ihre neue "Berufung": "Jeder Tag ist anders und der Umgang mit den alten Menschen gibt einem sehr viel". Für die ehemalige Seelsorgerin Monika Krebs aus Sachsen-Anhalt, die wie die anderen neben der praktischen Pflegetätigkeit die Schulbank drückt, bedeutet der Beruf Erfüllung. Früh ihren "Traumberuf" gefunden haben dagegen Melanie Rech, Lars Metzger und Denise Mann. Sie stehen mitten in der Ausbildung zum Altenpfleger und sind gleichzeitig in Altenheimen tätig. Die beiden Schüler Laura Greßnich und Lucas Kolber wählten für die Praxis den ambulanten Bereich. "Hier können wir dazu beitragen, dass die alten Menschen länger in den eigenen vier Wänden bleiben können". Melanie Kreis faszinieren die vielfältigen Möglichkeiten und Perspektiven der Ausbildung und Weiterqualifizierung von der Pflegetätigkeit bis hin zum Hochschulstudium.
"Die Berufschancen sind sehr gut, denn der Bedarf steigt", sagte VG-Beigeordneter Leo Wächter in seiner Begrüßung. Von den über 80-Jährigen in der VG Bernkastel-Kues sind mehr als ein Fünftel pflegebedürftig.
Die Beschäftigungsmöglichkeiten an der Fachschule reichen von der Arbeit in Alten- und Pflegeheimen über ambulante Dienste bis hin zu Sozialstationen und Krankenhäusern. Die Ausbildung dauert ein Jahr zum Altenpflegehelfer und drei Jahre zum Altenpfleger. Beide Bildungsgänge gliedern sich in einen praktischen Teil in einer entsprechenden Einrichtung und den theoretischen Teil in der Fachschule. Mit der Ausbildung zum Altenpfleger erwerben die Schüler zudem die Fachhochschulreife. Laut Arbeitsagentur Trier besteht in der Region ein erhöhter Fachkräftebedarf im (Alten)-Pflegebereich. Auf Arbeitgeberseite übersteigt das Stellenangebot die Zahl der Bewerber. mbl