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Vier bürgermeister machen sich für die Landesgartenschau stark

Landesgartenschau : Bürgermeister wollen Begeisterung bei den Bürgern entfachen

 Wo genau verläuft die Grenze zwischen den Verbandsgemeinden Bernkastel-Kues und Traben-Trarbach? Auf der linken Moselseite irgendwo zwischen Ürzig und Kinheim, rechts der Mosel zwischen Lösnich und Kindel, und im Hunsrück zwischen Kleinich und Irmenach-Beuren.

Wahrnehmbar ist sie nicht. Sind sich die Menschen aber wirklich nahe? Eine pauschale Antwort gibt es nicht. Doch im Gespräch mit den beiden Stadtbürgermeistern und den beiden Verwaltungschefs der Verbandsgemeinde wird deutlich: So nahe wie derzeit waren sie sich noch nicht.

Diese Nähe soll sich auch auf die Bürger übertragen. Wenn es den Zuschlag für die Landesgartenschau 2026 gibt, besteht dafür eine ganz besondere Chance. „Wir wollen die Zusammenarbeit ausbauen, um noch mehr Qualitätstourismus an die Mosel zu bekommen“, sagt der Bernkastel-Kueser Stadtbürgermeister Wolfgang Port. Die interkommunale Zusammenarbeit schaffe Synergieeffekte. „Wir sind Partner in einem Boot“, ergänzt er.

„Wir sind prädestiniert für die Landesgartenschau“, sagt Leo Wächter, Bürgermeister der VG Bernkastel-Kues. Wie seine drei Kollegen setzt er darauf, dass erstmal eine ganze Region den Zuschlag bekommt. Schließlich, so Amtskollege Marcus Heintel (VG Traben-Trarbach), habe das Land erstmals und bewusst den Kreis der möglichen Bewerber auf kleinere Städte und mehrere Kommunen ausgeweitet. Mit dieser Kooperation könne ein neues Kapitel in der Zusammenarbeit aufgeschlagen werden, hofft der Traben-Trarbacher Stadtbürgermeister Patrice Langer. „Ich glaube auch, dass die Bürger begeistert sein werden“, sagt er.

Alle vier sind optimistisch – und es ist offensichtlich mehr als Zweckoptimismus. Aber natürlich wissen sie auch um die Konkurrenz. Selbst wenn eine andere Stadt den Zuschlag für die Landesgartenschau erhalte, seien die bis dahin erarbeiteten Punkte der Machbarkeitsstudie wichtige Bausteine für die zukünftige Entwicklung der Region, sagt Christoph Heckel (Firma BGH-Plan, Trier). Die 150 000 Euro seien also in jedem Fall gut angelegtes Geld.

Die Pandemie sorgt dafür, dass nicht alles funktioniert wie erhofft. Die geplante Beteiligung der Bürger soll es trotzdem geben, sagt Heckel – unter anderem mit einer Website, die freigeschaltet werde, wenn auch die Kommunalparlamente (Stadt und VG) von Bernkastel-Kues eine positive Grundsatzentscheidung getroffen haben.

Der Bernkastel-Kueser Stadtbürgermeister Wolfgang Port ist optimistisch, dass in einigen Monaten auch noch eine Präsenzveranstaltung stattfinden kann – vielleicht in der freien Natur. Marcus Heintel ermuntert auch die Ortsgemeinden zur Beteiligung. Der Fokus liege zwar auf den beiden Städten. „Aber die ganze Region wird profitieren“, sagt Leo Wächter.