Musik: Vier Stimmen und viel Rhythmus

Musik : Vier Stimmen und viel Rhythmus

In der Wallfahrtskirche Klausen hat das Ensemble „Schall und Rauch“ sein Programm „Made in Germany“ vorgetragen. Knapp 300 Besucher waren begeistert.

So schön, schön war die Zeit: Damit können beim Konzert von „Schall und Rauch“ in Klausen sowohl das Konzert selbst, als auch die 1950er und 1960er-Jahre gemeint sein. In diese Epoche haben die vier Sänger mit ihren Instrumentalisten die rund 300 Besucher in der Wallfahrtskirche mitgenommen. Sie spielten bekannte Stücken, wie „Hello, Mary Lou“, „Ein Schiff wird kommen“, „Der lachende Vagabund“ oder „Zwei kleine Italiener“, bei denen auch einige der Besucher leise mitgesungen haben.

Pater Albert Seul, der sich über den gelungenen Auftakt zur Veranstaltungsreihe „Kultur in der Wallfahrtskirche“ gefreut hat, war besonders vom „Trizonesiensong“ begeistert, der ihn an seine Kindheit in Köln erinnert hat.

In der Wallfahrtskirche ging es derweil mit Musik los. Für die tiefen Töne ist im Ensemble Gerd Elsen mit seiner Bassstimme zuständig. Sehr gut zur Geltung kam diese beispielsweise bei den „Capri-Fischern“. Trotz seiner kraftvollen Tiefe klang das Stück leicht und so mancher Zuschauer sah vor ihrem inneren Auge die Schiffe am Horizont verschwinden.

Von Italien ging es dann nach Paris, in die Stadt der Liebe. Theresia Zils hat die Ballade „Ganz Paris träumt von der Liebe“ auf ihre eigene Weise interpretiert. Mit weichem, klarem Ton und sehr guter Artikulation brachte sie ihre Sehnsucht mit einer eigenen Betonung und Anlehnung zum Blues zum Ausdruck.

Sehr authentisch stand Didi Könen auf der Bühne. Mit seiner Präsenz, und seinem leicht rockigen Unterton riss er die Besucher, beispielsweise bei „Rote Lippen soll man küssen“ mit.

Auf den Leib geschrieben hätte das Stück „Der Novak lässt mich nicht verkommen“ für Barbara Philipp sein können.
Mit ihrer rauchigen, leicht verrucht klingenden Stimme, ihrer punktgenauen Akzentuierung und, nicht zu vergessen, ihrer Leidenschaft kam sie beim Publikum sehr gut an.

Im Hintergrund sitzend, aber musikalisch auf Augenhöhe war die Rhythmusgruppe. Am Schlagzeug saß Klaus Behütuns-Steffens, am Klavier Mark Schelzke und Klaus Wahl am Kontrabass, der auch moderierte. Klaus Behütuns-Steffens hatte ein sehr gutes Gespür dafür, wo er mit seinem Schlagezeug antreiben sollte oder wo eine dezente Betonung ausreichte. Mit seinem Klavierspiel, das immer passgenau war, hatte Mark Schelzke einen wichtigen Part in der Gruppe. Klaus Wahl hat nicht einfach nur Kontrabass gespielt, sondern Gesang und Rhythmus zusammengehalten. Durch seine hintergründige Moderation hat er die Musik und die damalige gesellschaftliche Entwicklung in einen Kontext gesetzt. Er erklärte beispielsweise, dass die Jugendlichen damals ein anderes Lebensgefühl hatten als ihre Eltern und vieles im Umbruch war. Sie haben den amerikanischen Radiosender AFN gehört, Rock’n’Roll und Jazz und einem anderen Lebensentwurf nachgeeifert.

Durch die große Besetzung mit vier Sängern war das Konzert sehr abwechslungsreich. Es wurde alleine, zu zweit, zu dritt oder zu viert gesungen. Dabei gab es keine festen Gesangspartner, sondern es war von Stück zu Stück unterschiedlich, jeweils passend zu den Sängern.

Den Besuchern hat das mehr als  zwei Stunden dauernde Konzert mit 30 Stücken sehr gut gefallen. Sie haben stehend applaudiert, eine Zugabe gewünscht, die sie auch bekommen haben. Es ist wahrscheinlich so, wie es Landrat Gregor Eibes zu Beginn vorausgesagt hat: „Das Konzert wird vielen noch lange in Erinnerung bleiben und nicht vergehen wie Schall und Rauch.“

Wer sich „Made in Germany“ von „Schall und Rauch“ live anhören möchte, hat dazu am Sonntag, 16 Juni, auf der Wirtschaftswoche Wittlich oder am Dienstag, 15. Oktober, in der Tufa Trier die Gelegenheit.

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