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Vierter Firmenlauf: Erst strömt der Regen, dann die Läuferschar

Vierter Firmenlauf: Erst strömt der Regen, dann die Läuferschar

Wer hat den größten Firmenlauf der Region? Die Wittlicher Laufveranstaltung für Unternehmen und ihre Mitarbeiter zog gestern Abend mit der in Trier in etwa gleich. Rund 2000 Läufer liefen auf der 5,2 Kilometer langen Strecke durch die Kreisstadt.

Erst regnet es mal wieder in Strömen, dann strömen die Läufer durch Wittlich. So viele Laufbegeisterte, wie gestern Abend konnte Bürgermeister Joachim Rodenkirch noch nie auf die Strecke schicken - und zwar im Trockenen. 1970 Berufstätige, Familienmitglieder und Freunde hatten sich laut Wolfgang Ohlig vom Organisationsteam der ?Triacs GmbH aus Föhren schon online angemeldet. Ob am Ende mit denen, sich kurz kurzentschlossen für einen Start entschlossen wirklich die 2000er-Marke geknackt wurde, stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest

Sicher ist aber, dass die Teilnehmer viel Spaß haben. "Die Stimmung war richtig bombastisch. In der Stadt ist total viel Publikum", sagte Sabine Barzen. "Ich bin das erste Mal dabei. Ich hatte viel Gutes gehört und hohe Erwartungen - und die sind erfüllt worden", erzählt ihre Arbeitskollegin Hanna Berg vom Salmtaler Seniorenheim Zur Buche. "Die Trommler haben einen guten Takt vorgegeben", lobt die 24-Jährige die Sambagruppe, die am Marktplatz die Stimmung aufheizt.

Was zieht so viele Menschen, die oft sonst mit dem Laufsport nichts am Hut haben, zum Firmenlauf? Zum einen stellt die vergleichsweise kurze Strecke von gut fünf Kilometern keinen Hinderungsgrund dar, die Schuhe zu schnüren. "Das kriegt jeder hin", sagt die 43-jährige Claudia Heinz aus Mürlenbach, die zum zweiten Mal dabei ist. Zum anderen ist es die Gemeinschaft mit den Kollegen. "Das ist eine Bereicherung für das Betriebsklima", findet Michael Urfell. "In den Pausen hat man ein gemeinsames Thema", so die Erfahrung des 45-Jährigen aus Kyllburg. Das gemeinsame Ziel motiviere alle, sich in der Freizeit mehr zu bewegen.

"Mitmachen ist alles", sagt Turan Yigit. Der 35-Jährige ist mit seiner neu gegründeten Firma das erste Mal dabei und will nicht nur das Betriebsklima fördern: Die Teilnahme sei auch Werbung.

Dass der Spaß im Vordergrund steht, zeigen auch die Namen der Teams und die ein oder andere Verkleidung. Da treten die Bauladys gegen Runaways und die Eiskalten an. Eine Wittlicher Firma schickt nicht nur ihr Dreamteam, sondern auch ihre Rohdiamanten ins Rennen.

Commander Joe McFall von der Airbase Spangdahlem und drei seiner Kollegen zieht sich einen Sombrero auf, klebt sich einen falschen Bart über die Oberlippe und einen rosaroten Umhang mit der Aufschrift "Flying Pigs" (fliegende Schweine) über die Schultern. "Wir fliegen und Wittlich ist die Stadt der Säubrenner", erklärt der Amerikaner. So ein Firmenlauf fördere nicht nur das Betriebsklima, er sei auch Völker verbindend.