1. Region
  2. Mosel, Wittlich & Hunsrück

Vitelliusbad: Wittlicher Stadtratsmitglieder fühlen sich attackiert

Vitelliusbad : Wittlicher Stadtratsmitglieder fühlen sich wegen ihrer Entscheidung attackiert

Zoff um Entscheidung zum Neubau eines Kombibades: Ratsmitglieder beschweren sich in offenem Brief über Bürgerinitiative.

Wegen der Entscheidung des Wittlicher Stadtrates, das Vitellisubad samt Freibad abzureißen und neu zu bauen, wobei die Wasserfläche im Freibad verkleinert werden soll, gibt es nun Zoff. Grund dafür sollen Äußerungen aus den Reihen der Bürgerinitiative (BI) zum Erhalt des Freibades sein. Die BI sammelt derzeit Unterschriften für ein Bürgerbegehren und strebt einen Bürgerentscheid an, um den Beschluss des Stadtrates zu kippen (unsere Zeitung berichtete). Doch wie  22 von 32 Stadtratsmitglieder  in einem offenen Brief beklagen, fühlen sich viele Ratsmitglieder mittlerweile von Mitgliedern der Bürgerinitiative attackiert und unter Druck gesetzt. „Das geschieht durch unverhältnismäßige Angriffen in persönlichen Gesprächen, den sozialen Netzwerken und  insbesondere in den geschlossenen Facebook-Gruppen, welche die BI bedient.“ Dort werde den Stadträten der Vorwurf gemacht, für die soziale Spaltung der Stadt verantwortlich zu sein. Zudem werfe die Bürgerinitiative den Stadträten vor,

Druck auf Andersdenkende ausüben und sich wilden Spekulationen hinzugeben. „Unterschwellig wird sogar unterstellt, dass wir uns verantwortungslos für die falsche Variante entschieden hätten, da ja die Mehrheit der Bevölkerung anders denke und hinter der Bürgerinititive stehe“, beklagen die Ratsmitglieder in ihrem offenen Brief.

„Gegen diese Pauschalierungen und Vereinfachungen verwahren wir uns in aller Deutlichkeit! Wir, die unterzeichnenden Stadträte, verwahren uns auch gegen die wiederholte Aussage der BI, wir würden den Willen der Mehrheit der Bürger missachten. Das kann die BI weder beweisen noch belegen.“ Die Stadträte sind überzeugt, mit ihrem Beschluss „für die Zukunft beste Voraussetzungen für das Schwimmen in Wittlich zu schaffen. Ökologisch, wirtschaftlich und auf kommende Nutzergruppen ausgerichtet.“

Das Freibad wie die BI aus emotionalen Gründen in seiner jetzigen Größe erhalten zu wollen, erklären die Ratsmitglieder, sei ein verständliches Anliegen. Nachhaltig oder gar wirtschaftlich sei es allerdings nicht. „Ich finde diesen Brief peinlich. Warum sehen sich einige Ratsmitglieder genötigt, einen offenen Brief zu ihrer Entscheidung zu veröffentlichen“, fragt Jörg Krames von der Bürgerinitiative.

Zudem fühlten sich auch Mitglieder von der Bürgerinitiative, welche ihre Unterschrift für das Bürgerbegehren geleistet hätten, von Stadtratsmitgliedern unter Druck gesetzt. „Diesen Fall gab es bereits mehrfach“, sagt Krames.

Aufgrund der jüngsten Diskussionen in der Öffentlichkeit sowie in den sozialen Medien hat die Bürgerinitiative zum Erhalt des Freibads nun eine Kostenanalyse erstellt, die belegen soll, dass der Erhalt des Freibades in seinen bekannten Formen die kostengünstigere Lösung sein soll.