Volksbank plant Schließung von drei Filialen

Volksbank plant Schließung von drei Filialen

Zum Jahresende wird die Volksbank Hunsrück-Nahe drei Geschäftsstellen schließen. Betroffen sind die Filialen in Hottenbach, Hettenrodt (Kreis Birkenfeld) und Laufersweiler (Rhein-Hunsrück-Kreis).

Laufersweiler. "Auch eine Genossenschaftsbank kann sich dem wirtschaftlichen Druck durch das anhaltende Niedrigzinsniveau und der zunehmenden Regulatorik nicht dauerhaft entziehen", erklärt Vorstandsmitglied Erik Gregori. Die betroffenen Kunden erhielten in dieser Woche die Mitteilung per Brief.
Gregori betont, dass insbesondere die kleineren Filialen immer weniger frequentiert würden und das Geschäft der Aus- und Einzahlungen sich zunehmend verlagere. Die Bank hat auch Filialen im Kreis Bernkastel-Wittlich: in Kleinich und Longkamp.
Beispielhaft führt Gregori die Zuwachsraten beim Onlinebanking an: Dieses Geschäftsfeld verzeichne jährlich ein Plus von zwei Prozent bei den Aktivitäten. "Und Beratungen finden sowieso fast ausschließlich in unseren größeren Filialen statt", sagt Gregori. Bei rückläufigen Einwohnerzahlen blieben die Fixkosten in den Außenstellen dennoch. Weitere Probleme lägen in den zunehmenden Sicherheitsanforderungen begründet. Wenig frequentierte Filialen oder auch Geldautomaten aufzurüsten, sei für die Volksbank kaum noch zu leisten, so das Vorstandsmitglied.
Die Volksbank habe länger an ihrem dichten Filialnetz festgehalten als andere Geldinstitute, schließlich seien in den vergangenen zehn Jahren im Einzugsgebiet der Bank an die 25 Filialen geschlossen worden, erinnert der Vorstand. Das Geschäftsgebiet umfasst 190 Ortschaften mit mehr als 23 000 Mitgliedern und insgesamt rund 60 000 Kunden.
"Wir sind im kommenden Jahr noch in 22 Orten vertreten, in den anderen 168 Gemeinden muss man für persönliche Bankgeschäfte fahren oder das Internet nutzen", erklärt Gregori. Über eine rollende Busfiliale oder den Ersatz der Filialen durch einen Geldautomaten denke man nicht nach. Automaten wie Busse unterliegen ebenfalls den kostenintensiven Sicherheitsanforderungen - und die Nutzung stehe in keinem Verhältnis zu den Kosten, ist Gregori überzeugt. Dennoch sei die Bank bestrebt, den betroffenen Kunden weiterhin kurze Wege anzubieten. "Niemand muss mehr als sieben Kilometer fahren, um unsere Bank zu erreichen", verspricht der Bankdirektor aus Simmern.
Während die Einmannfilialen in Laufersweiler und Hettenrodt sowieso nur noch tageweise geöffnet waren, trifft die Schließung der Filiale in Hottenbach die Bürger doppelt. Auch die Sparkasse, ein Lebensmittelladen mit Bäckerei und Metzgerei sowie eine Poststelle haben dicht gemacht.

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