Volksbank zieht ins Florianshaus

Unbekannte Täter sprengten Anfang April den Geldautomaten der Volksbank-Filiale in Großlittgen. Dabei wurde das Gebäude schwer beschädigt. Inzwischen gibt es konkrete Pläne für den Wiederaufbau und die Rückkehr der Volksbank in den Eifelort.

Großlittgen. Eine Explosion erschütterte Großlittgen vor wenigen Monaten mitten in der Nacht und riss die Einwohner aus dem Schlaf: Einbrecher hatten einen Bankautomaten der Volksbank-Filiale gesprengt.
Die Filiale war in einem Anbau des historischen Florianshauses untergebracht. Dabei wurde der Anbau schwer beschädigt. Im denkmalgeschützten Altbau waren nur geringe Schäden zu verzeichnen.
Und dort will die Volksbank künftig einziehen, wie deren Sprecher Gerhard Knauf dem TV bestätigt. Die Abstimmungen mit dem Denkmalschutz seien schon erledigt: "Wir sind in den Startlöchern, was die Umbauarbeiten angeht." Der Bautermin stehe noch nicht fest, im Laufe des Jahres soll es aber losgehen. "Wir hatten nach der Explosion alle Kunden angeschrieben. Bis die Filiale wieder eröffnet, übernehmen die Geschäftsstellen in der Nähe deren Arbeit. Das läuft reibungslos."
Karl-Heinz Hubo, Ortsbürgermeister von Großlittgen, begrüßt das: "Wir sind froh, dass die Volksbank einziehen will. Für den Anbau am Florianshaus ist eine andere Nutzung vorgesehen, das muss aber noch mit dem Gemeinderat besprochen werden. Es ist gut, dass wieder Leben in das Anwesen kommt."
Bei dem Banküberfall erbeuteten die Täter 40 000 Euro. Der Sachschaden belief sich auf über 100 000 Euro. Von den Tätern fehlt noch immer jede Spur, wie das Polizeipräsidium Trier auf TV-Nachfrage mitteilt. Kurz nach dem Bankraub in Großlittgen hatten Täter nach dem gleichen Muster Banken in Saarlouis, Völklingen und in Saarbrücken ausgeraubt.Extra

Erich Schuh aus Großlittgen erforscht die Geschichte des Ortes und kennt das Florianshaus. Der Name stammt von Florian Thull aus Plein, der am 26. Juli 1885 die dort wohnende Christina Beerenfeld geheiratet hat. Das Haus stammt aus dem 17. Jahrhundert und ist in typisch Eifeler Bauart gebaut. Es verfügt über einen angebauten Backofen und einen Hausbrunnen. Die letzte dort lebende Bewohnerin war Katharina Thull, die 1992 mit 91 Jahren gestorben ist. Das Haus steht bereits seit 1985 unter Denkmalschutz. Die Gemeinde hat es 1992 angekauft. 2002 wurde der Anbau für die Volksbank gebaut, die dort 2003 einzog. hpl