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Volle Halle und Lob von allen Seiten

Volle Halle und Lob von allen Seiten

Insgesamt über 1500 Zuschauer, fast 150 HSG-Mitglieder, die ihren Teil zum Gelingen beitrugen und sechs zufriedene Mannschaften, die allesamt nächstes Jahr wieder nach Wittlich kommen wollen - das ist die Bilanz des neunten Handball-"Stelioplast"-Cups in der BBS-Halle.

Wittlich. Als am späten Sonntagabend die Busse der Mannschaften in Richtung Leipzig oder Dänemark aufgebrochen waren, schnauften die Verantwortlichen der HSG Wittlich erst einmal durch. "Absolut gelungen" lautete das Fazit von Axel Weinand, Vorstandsmitglied bei den Wittlicher Handballern. Wieder einmal hatte der ganze Verein ein Turnier auf die Beine gestellt, das seinesgleichen in Deutschland sucht. Der "Stelioplast"-Cup, zum neunten Mal in der BBS-Halle veranstaltet, hat sich selbst international einen Namen gemacht. Nicht nur, dass die kontinentalen Frauen-Handball-Spitzenmannschaften in Wittlich an den Start gehen oder anfragen, ob sie mitspielen dürfen, nein, selbst Fans und Medienvertreter waren aus Dänemark und Norwegen angereist. Aus Norwegen kam zum Beispiel Lene Saur, die beim dortigen Handball-Verband arbeitet. "Ein tolles Turnier. So etwas gibt es bei uns nicht", sagte sie. 40 Leipziger Fans mit Pauken und Trompeten

 Zum ersten Mal in Wittlich: Ulrich Strombach, Präsident des Deutschen Handball-Bunds (Mitte), flankiert von den HSG-Vorstandsmitgliedern Axel Weinand, Jürgen Junk, Winfried Schabio und Dietmar Beckhäuser (von links) Foto: Thomas Prenosil
Zum ersten Mal in Wittlich: Ulrich Strombach, Präsident des Deutschen Handball-Bunds (Mitte), flankiert von den HSG-Vorstandsmitgliedern Axel Weinand, Jürgen Junk, Winfried Schabio und Dietmar Beckhäuser (von links) Foto: Thomas Prenosil

Auch einige dänische Schlachtenbummler hatten den Weg nach Wittlich gefunden, doch in Sachen Stimmung bestimmte ganz klar die rund 40-köpfige Fan-Fraktion des späteren Turniersiegers HC Leipzig das Geschehen. "Einige von uns kommen wie die Mannschaft schon seit neun Jahren nach Wittlich, aber so viele wie in diesem Jahr waren wir noch nie", sagte Trommler Rene. Aussagen wie diese lassen natürlich auch die Herzen der rund 150 HSG-Vereinsmitglieder - beim Turnier alle in einheitlichen blauen T-Shirts gekleidet - höher schlagen, die nicht nur am Wochenende, sondern schon seit Wochen ihre Freizeit für das Turnier geopfert hatten - ob als Turnierleitung, Standdienst, Fahrer der Mannschaften oder als "Mädchen für alles". "Ohne die Unterstützung unserer Mitglieder wäre eine solche Großveranstaltung gar nicht möglich", sagt Axel Weinand, der nicht nur mit dem Zuschauerzuspruch zufrieden war: "Wir hatten im Vorfeld bereits über 200 Kartenbestellungen aus dem In- und Ausland per Internet gehabt. Und ich glaube, die Fans wurden nicht enttäuscht. Sportlich hatte das Turnier noch nie so viel Klasse." Doch nicht nur die heimischen und auswärtigen Fans durften sich freuen, sondern auch die Hotellerie in Wittlich und der Region. Eine Gruppe mit Eltern von Spielerinnen hatte sich zum Beispiel in Klausen einquartiert, weil es in Wittlich kein Zimmer mehr gab. Und alle fanden das Turnier toll. Ins gleiche Horn stießen auch die sechs teilnehmenden Vereine. "Tschüss bis 2008" lautete das allgemeine Statement der Trainer und Manager. Erst gestern Abend reiste zum Beispiel der norwegische Meister aus Larvik ab. Weil der Aufenthalt verlängert wurde, organisierte die HSG für die Spielerinnen kurzerhand noch einen Schwimmbad-Besuch. Ähnlich begeistert war ein Premierengast: Der Präsident des Deutschen Handball-Bunds, Ulrich Strombach, war aus Gummersbach erstmals nach Wittlich gekommen. "Es ist klasse, dass Vereine wie die HSG in kleineren Städten solch großartige Turniere veranstalten. Ich besuche in diesem Sommer das jeweils wichtigste Männer- und Frauen-Turnier in Deutschland. Und da war klar, dass ich nach Wittlich kommen werde - und ich bin nicht enttäuscht worden." Bereits Stammgast ist Bundestrainer Armin Emrich, zudem war auch der Vorsitzende der Frauen-Handball-Bundesliga, Berndt Dugall, vor Ort. Und damit alle wieder kommen, hat der Namensgeber des Turnier, die Binsfelder Firma "Stelioplast", schon signalisiert, dass das Turnier auch 2008 über die Bühne gehen wird. "Natürlich sind wir wieder dabei", sagte Geschäftsführer Hans-Dieter Meeth. Aber einen Wunsch hat Axel Weinand dennoch - an die Politik: "Wenn die neue Sporthalle in Wittlich gebaut wird, sollte man an dieses Turnier denken. Wir wollen unseren Zuschauern mehr Komfort und mehr Sitzplätze als in der BBS anbieten." noj/joa