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Vom Aussterben ist erst einmal keine Rede mehr

Vom Aussterben ist erst einmal keine Rede mehr

Bis Sonntagabend war es mehr als fraglich, ob der Graacher Fastnachtszug noch eine Zukunft hat. Doch dann säumten Menschenmassen die Straßen und plötzlich erscheint Alles wieder in viel hellerem Licht.

Graach. (cb) Eine Eisenbahn bildete die Spitze des Graacher Fastnachtszuges. "Vom Aussterben bedroht", stand auf der Lokomotive. Nach dem Erfolg des närrischen Treibens, das erstmals an einem Sonntagabend stattfand, dürfte sich dieser Satz erübrigen. Die Zuschauerzahl beim Graacher Umzug hat sich gegenüber den Vorjahren verdoppelt, wenn nicht gar verdreifacht. An der Kirche gab es kaum ein Durchkommen. 15 Gruppen waren unterwegs, darunter auch einige aus Wehlen sowie der Nachtumzug-Hochburg Ürzig. Die Zuschauer waren begeistert, die Organisatoren überwältigt. "Das war kein Umzug, das war eine Demonstration", stellte einer der Teilnehmer heraus. Die aktiven Graacher Narren brauchen Mitstreiter, damit der Fastnachtszug, an welchem Tag er auch läuft, eine Zukunft hat. Die Graacher sollen wieder über Karneval reden. Wie berichtet, gibt es in der Gemeinde Probleme, weil sich zu wenige Leute für den Fastnachtsumzug engagieren. "Wenn Fastnacht hier noch länger soll sein, brauchen wir einen Karnevalsverein. Dafür wollen wir werben. Gelingt das nicht, wird die Graacher Fastnacht für immer sterben", stand auf Zetteln, die an die Zuschauer verteilt wurden. Ans Sterben glaubte allerdings am Sonntagabend in Graach niemand. Selbst wenn die Vereinsgründung misslinge, könne man es sich angesichts der Resonanz nicht erlauben, den Zug 2009 ausfallen zu lassen, sagte Sebastian Krämer, einer der Aktiven, die das Geschehen in die Hand genommen haben.