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Vom Frauenclub zum Volkssportverein

Vom Frauenclub zum Volkssportverein

Freude beim Tennisclub Wildbad 1905 e.V.: Erika Klopp, Kriemhild Gendebien und Jürg-Ulrich Langguth übergaben jetzt dem Vorsitzenden Matthias Heuser wichtige Dokumente aus ihrem Besitz. Ein besonderer Schatz ist das Fotoalbum mit Bildern aus der Anfangszeit des "weißen Sports" in Traben-Trarbach.

Traben-Trarbach. Kriemhild Gendebien, ehemaliges Vorstandsmitglied im Tennisclub und einst eine gefürchtete Doppel- und Mixedgegnerin, überreichte Unterlagen zur Korrespondenz des Vereins. Jürg-Ulrich Langguth übergab an Heuser Akten aus seiner Zeit als Vorsitzender von 2001 bis 2006. Er bedauert, dass frühere Vorsitzende ihre Akten vernichtet haben. Die Geschichte des Vereins lasse sich mithin nicht lückenlos aufarbeiten. "Ende der 90er Jahre hatte der Club große Existenzsorgen", erinnert er sich. Jetzt freut er sich, dass es gelungen ist, den Tennisclub von einem Gesellschafts- in einen Volkssportverein umzuwandeln, der für jeden offen ist. "Da liegt die Betonung auf der Ausbildung von Jugendlichen", hebt Langguth hervor. "Der Club kann ein Hort für die Kinder sein, die dort gut aufgehoben sind."

Erika Klopp ist die Enkelin der ersten Präsidentin des Clubs, Lina Herold, die ihr Amt als Vorsitzende von 1905 bis 1923 ausübte und damit die am längsten amtierende Vorsitzende des Vereins war. Bis 1903 gab es einen privaten Club mit einem Platz in Rißbach. "Das war eine Wiese, in die mit einem Netz bespannte Pfosten gesteckt wurden", weiß Matthias Heuser.

17 Frauen waren es, die 1905 den Tennisclub ganz offiziell begründeten. Die Herren fanden Unterhaltung im Casino, die Damen frönten mit schicken Hüten und in langen weißen Kleidern dem aus England stammenden Ballspiel. "Erst später kamen die Männer dazu", sagt Matthias Heuser.

Die Stadt hatte indessen einen Platz am neuen Kurhaus errichtet, wo er sich heute noch befindet. In Erika Klopps Alben dokumentieren alte Fotografien die Anfänge des Tennissports in Traben-Trarbach, und der Vorsitzende freut sich, dass diese Dokumente nun in den Besitz des Vereins übergegangen sind. "Der Tennisclub war seinerzeit auch ein Integrationsverein", berichtet er, "denn das war der einzige Ort, wo sich auch Menschen verschiedener Konfessionen trafen".