Vom Nest auf die Straße

WITTLICH. (sos) Zu ihrem elften Geburtstag verließ gestern die "Schääl Saidt" die Gegend um das "Bibpailennest", wechselte die Lieserseite und sang nicht nur dem Wittlicher Bürgermeister ein Ständchen.

"Geschminkdt un vaklääd” und mit einer leibhaftigen Bibpaile sollte der närrische Geburtstag mit einem Umzug standesgemäß gefeiert werden. Die Parole zur Premiere wurde per Handzettel unters Volk gebracht: "Hieringsnoos, bodz dejn Noos, rädderädderädt, Scherbelkäädt, frääs dejn Krumpern ohne Fädd!” Da ging manchem das knappe "Kreiau!” doch besser über die Lippen. Und wem der Rhythmus des "Wedlia Foosenoochdleedschi" fremd war, dem half Peter Dümler fesch mit seinem "Quetschbeidel" auf die Sprünge. Dazu klingelte der Till, alias Hermann Barzen, mit seiner Eugenspiegel-Stabpuppe, und Jakob Eller zeigte der Bibpaile den Weg gen Altes Rathaus. Das mysteriöse Vogelwesen in Ringelsöckchen und schwarzgrünem Federkleid wackelte dazu freundlich mit dem Schnabel, zeigte es sich doch erstmals in aller Öffentlichkeit. Auf dem Marktplatz wurde dem etwa 50-köpfigen Zug schon von vielen Sympathisanten mit Glühwein zugeprostet. Als Bürgermeister Ralf Bußmer unters Volk trat, meldete dann Jakob Eller: "Schääl Saidt: vollständig angetreten." Das Stadtoberhaupt versprach daraufhin Glühwein, Kinderpunsch und Sekt für die Damen. "Jawoll!", riefen die Narren unter Applaus und marschierten mit Ralf Bußmer voran einmal um die Insel. "Ich such dat Wasser schon die ganze Zeit", flachste jemand vor der Tour durch Burg- und Neustraße, die mit mehrmaligem Umkreisen des Weihnachtsbaums auf dem Markt endete, während Jakob Eller unter "Kreiau" und "Jupheidi" das Rathaus "bewachte". Später hieß die Parole einfach: "Prost!"