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Von der Armbrust bis zur Hinterladerbüchse

Von der Armbrust bis zur Hinterladerbüchse

Der Wittlicher Historiker Patrick A. Bourassin ist bekannt für Vorträge über geschichtliche Ereignisse.

Meist sind es bekannte Schlachten, die er untersucht und in seinen militärhistorischen Vorträgen erläutert. Jetzt hat Bourassin sich einem anderen Thema gewidmet: Im Schützenhaus der Schützengesellschaft 1882 Wittlich sprach er über die Entwicklung der Jagd- und Militärwaffen von 1688 bis 1870.
Bourassin erinnerte in seiner Einführung daran, dass die Geschichte der Handfeuerwaffen im Zusammenhang mit der Entwicklung der Technik und den Erkenntnissen der Physik gesehen werden müsse. In der Zeit vor 1688 sei die Armbrust zumindest für die Jagd effizienter gewesen als die ersten Feuerwaffen.
Die erste Erfindung hin zu neuen Feuerwaffen war das Radschlosssystem. Mit diesem neuen Zündmechanismus war es erstmals möglich, Faustfeuerwaffen herzustellen: Die Radschlosspistole war die erste Kurzwaffe und konnte am Körper mitgeführt werden. Möglich machte dies ein sicherer Zündmechanismus, der das Tragen der geladenen Waffe erlaubte. Bourassin: "Mit dieser Möglichkeit hielt die Heimtücke Einzug in die bewaffnete Gesellschaft."
Die Weiterentwicklung der Waffentechnik führte zu immer mehr tragbaren Gewehren, die schneller geladen und mit denen präziser geschossen werden konnte. Vor dem deutsch-französischen Krieg 1870/71 wurden die Armeen in Preußen und Frankreich mit Hinterladerbüchsen ausgestattet. Die Soldaten mussten zum Laden der Gewehre nicht mehr aufstehen, sondern konnten im Liegen die nächste Patrone in das Patronenlager einführen. In den USA führte die Erfindung des Sharpgewehres zur Ausrottung der Bisons.
Das Interesse am Vortrag von Patrick Bourassin war groß, die Stühle im Schützenhaus waren komplett belegt. red