Von der Eifel in die ganze Welt

GROSSLITTGEN. Wenn irgendwo auf der Welt die größten Windkraftanlagen aufgestellt werden, dann sind oft auch Bauteile von der Firma Weber aus Großlittgen im Einsatz.

35 Mitarbeiter, 46 000 Quadratmeter Firmengelände sowie fünf Betriebs- und Fertigungshallen mit mehr als 5000 Quadratmeter Produktionsfläche. Das sind imposante Zahlen aus einem 1200-Einwohnerort in der Verbandsgemeinde Manderscheid. Die Firma Weber Stahl aus Großlittgen/Eifel hat sich in einem Metier hochgearbeitet und überregional etabliert, das von der Definition für den Laien zunächst Fragezeichen hervorruft: Stahl-Anarbeitungs-Service. Was verbirgt sich hinter diesem Fachbegriff? Ewald Herres, kaufmännischer Geschäftsführer erklärt: "Wenn irgendwo auf der Welt die größten Windräder aufgestellt werden, dann sind oft auch Bauteile von uns im Spiel. Denn zum Transport und Aufrichten dieser riesigen ‚Viecher' werden überlange Spezialtransporter und Wolkenkratzer große Mobilkräne benötigt." Weber-Stahl hat für den längsten Spezialtransporter und mit 105 Metern den höchsten Mobilkran der Welt Bauteile aus besonders hochfestem Spezialstahl geliefert. In Großlittgen werden für viele weitere Industriebereiche wie Nutzfahrzeuge, Baumaschinen, Gabelstapler, Landmaschinen sowie dem allgemeinen Maschinenbau über 5000 Tonnen dieser besonderen Stahlbauteile aus hochfestem Spezial-Stahlblech gefertigt. Die Fabrikation umfasst alle Bearbeitungsbereiche vom Zuschnitt bis zur fertig mechanisch bearbeiteten Komponente. Stahlbleche werden in Großlittgen "in Form" gebracht. Qualifizierte Fachkräfte wie CNC-Maschinenbediener, geprüfte Schweißer, Konstruktionsmechaniker und Techniker arbeiten Hand in Hand. Darüber hinaus stehen hoch technisierte Maschinen wie Plasma-Unterwasser-Anlagen, Abkantpressen mit 800 Tonnen Presskraft, Säge- und Bohranlagen, Schweißautomaten sowie Bearbeitungs-Roboter zur Verfügung. Weber ist ISO-zertifiziert und sieht das prozessorientierte Arbeiten als unabdingbar an.Firma 1984 in Arenrath als Schlosserei gegründet

Ein weiteres Spezialgebiet besteht in der Zusammenarbeit mit Kunden bei der Entwicklung von Geräten und Fahrzeugen, zum Beispiel Traktoren. Der vom Auftraggeber konstruierte Prototyp wird bei Weber fertigungstechnisch umgesetzt und sogar praxisnah getestet, um Probleme noch vor der Serienfertigung zu korrigieren. Heinz Weber, der technische Geschäftsführer, ist für das Erkennen und Umsetzen der Kundenanforderungen verantwortlich. Heinz Weber war es auch, der die Firma 1984 in Arenrath als Schlosserei gegründet hat. Ewald Herres ist seit 1987 dabei. Noch im selben Jahr war eine Betriebsverlegung nach Binsfeld in größere Räume erforderlich. Neue Geschäftsfelder und damit verbunden größere Umsätze führten 1992 zum Bau eines neuen Produktionsbetriebs auf der grünen Wiese. In Großlittgen fand das erfolgreiche Unternehmen die erforderlichen Gewerbeflächen und die benötigte Infrastruktur. Herres: "Der nahe Autobahnanschluss trägt dazu bei, dass die große Masse an Stahlgütern wirtschaftlich zu bewältigen ist." An manchen Tagen erreichen und verlassen mehr als fünf Sattelzüge mit übergroßen Blechen und fertigen Bauteilen das Werk.