Von der Mosel zum Hunsrück radeln

Bernkastel-Kues · Die Wein- und Ferienregion Bernkastel-Kues GmbH plant, die Rad- und Wanderwege auszubauen. Per Drahtesel soll künftig der Hunsrück von der Mosel aus auf schöner Strecke zu erreichen sein.

Bernkastel-Kues. Drei Jahre ist es her, dass die Stadt Bernkastel-Kues und die sie umgebende Verbandsgemeinde ihre touristischen Kräfte in der Wein- und Ferienregion Bernkastel-Kues GmbH gebündelt haben. Bei der gemeinsamen Sitzung der beiden Räte nannte Bürgermeister Ulf Hangert die Organisation, die in den Dörfern der VG zunächst auf Skepsis gestoßen war, schlicht vorbildlich.

Die Zahlen: Entsprechende Rekordzahlen präsentierte Geschäftsführer Jörg Lautwein in der Sitzung im Moselgästezentrum. So hat sich in den vergangenen Jahren die Zahl der Übernachtungen erhöht: 1,3 Millionen waren es 2011, macht 4 Prozent Plus im Vergleich zum Vorjahr. Ein Rekord. Von Januar bis Oktober 2012 waren es 1,29 Millionen Übernachtungen (plus 1,1 Prozent). Ein neuer Rekord.
Auch die Erlöse, die die touristische Organsiation mit 20 Mitarbeitern selbst erwirtschaftet und zwar durch Pauschalreisen, Zimmervermietung und Anzeigenverkauf für Prospekte, sind leicht gestiegen. Der Betrag erhöhte sich um 7000 Euro auf 340 000 Euro im vergangenen Jahr.

Die Pläne: Mit ihrem Budget von einer halben Million Euro plant die Wein- und Ferienregion GmbH im laufenden Jahr vor allem, das Netz der Rad- und Wanderwege auszubauen. Die Radwege beschränken sich derzeit auf die vielbefahrene und mehr oder minder flache Trasse an der Mosel und den Maare-Mosel-Radweg Richtung Eifel. Letzerer soll Richtung Süden fortgeführt werden, so dass der Hunsrück per Rad erklommen werden kann.
Der Weg soll bei Lieser beginnen, über Mülheim und Veldenz führen und sich hinter Burgen aufgabeln. Die zwei Äste enden im Nahe-Hunsrück-Mosel-Radweg, einmal bei Haag und einmal beim Archäologiepark Belginum. Derzeit wird eine Machbarkeitssudie erstellt, die die Gefahrenpunkte und die Besitzeverhältnisse klärt.
Doch zwischen Mosel und den Hunsrückhöhen liegen an die 400 bis 500 Meter Höhenunterschied. Ist das nicht zu anstrengend? Nein, meinte Lautwein. "Wir versprechen uns viel vom Radtourismus. Durch die E-Bikes wird sich vieles ändern." Noch seien die Elektrofahrräder, deren Motor bei 25 Stundenkilometer abschaltet, etwas verpönt, aber nicht mehr lange. Steigungen wie bei Burgen, die eine tolle Aussicht böten, seien dann kein Problem.
Zweites Projekt ist ein Radweg parallel zur Bundesstraße 50 neu auf dem Moselsporn mit einer Verbindung nach Monzelfeld und einer Schleife im Kirchspiel. Alles in allem sollen 100 Kilometer neue Wege für die Radler entstehen, die sich zum Teil aber auf dem Gebiet der Gemeinde Morbach befinden.
Die Touristiker wollen auch die Wanderwege auf dem Moselsporn neu ordnen. Denn sie werden zum Teil von der im Bau befindlichen Bundesstraße zerschnitten und sollen weg von der vierspurigen Trasse verlegt werden. Das Land finanziere die Arbeiten als Ausgleich zur B 50 neu, sagte Lautwein. Die bereits 25 Ferienlandwege, die im vergangenen Jahr in der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues geschaffen wurden, werden um sieben bis acht Wege auf dem Moselhandschuh, wie der Sporn auch genannt wird, ergänzt.
Enorme Impulse erhofft sich Lautwein vom Moselsteig, der im Sommer eröffnet wird. Lautwein: "Bei einem Reiseveranstalter ist das bereits der am drittmeisten gebuchte Steig, obwohl er noch gar nicht existiert!" Der Steig wird ergänzt durch Prädikatswanderwege, die an der Mosel Seitensprünge (der TV berichtete) genannt werden. Sie sollen bei Veldenz, Kleinich, Burgen/Gornhausen und eventuell Bernkastel-Kues entstehen.
Geplant ist für dieses Jahr auch eine Wanderwoche im Mai, die jährlich wiederholt werden soll. Sie soll 16 Themenwanderungen umfassen und die Bewegung im Freien beispielsweise mit kulinarischen oder literarischen Genüssen verbinden.

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