Von der Mosel- zur Deutschen Weinkönigin? - Ein Besuch bei Laura Gerhardt in Traben-Trarbach

Kostenpflichtiger Inhalt: Das höchste Amt : Von der Mosel- zur Deutschen Weinkönigin? - Ein Besuch bei Laura Gerhardt in Traben-Trarbach

Eine Jury wählt am Freitag, 13. September, die Nachfolgerin von Laura Gerhardt als Gebietsweinkönigin. Was für ein Jahr für die Traben-Trarbacherin. Nun wird die 20-Jährige als Favoritin für das Amt der Deutschen Weinkönigin gehandelt.

Wir treffen uns vormittags im Hotel Gräffs Mühle in Traben-Trarbach. Dort ist Laura Gerhardt aufgewachsen, dort ist ihre Heimat, dort ist ihr Wohnsitz. Gerade hat sie noch, wie schon so oft, mit angepackt und die Frühstückstische im Restaurant abgeräumt.

Viel Zeit, um ihren Eltern im Hotel auszuhelfen, hatte sie im vergangenen Jahr allerdings nicht. Im September 2018 wurde die 20-jährige Studentin zur Mosel-Weinkönigin gewählt. Und trotz den damit verbundenen vielen Terminen hat sie ihr Studium der Internationalen Weinwirtschaft an der Hochschule Geisenheim fortgesetzt. Im Wintersemester hat sie alle Klausuren geschafft, nur im Sommersemester, als sie an fast jedem Wochenende Termine als Gebietsweinkönigin absolvieren musste, hat sie einige Klausuren und Hausarbeiten „geschwänzt“, die sie jetzt nachholen wird. Es sei denn, sie wird in das höchste repräsentative Amt gewählt, das die deutsche Weinwirtschft zu bieten hat: Deutsche Weinkönigin. Am 21. September findet der Vorentscheid unter den zwölf Bewerberinnen statt, am 27. September folgt das Finale in Neustadt. Es wird wie immer live im Fernsehen übertragen. Mit ihrer natürlichen, positiven Ausstrahlung und ihrem Fachwissen dürfte sie zum Kreis der Favoritinnen gehören.

Was war das für ein Jahr! „Es war spannend, ich habe so viel Neues erlebt, so viele Menschen kennengelernt“, sagt sie. Und gleich zu Beginn ihrer Amtszeit traf sie sogar ein echtes Königspaar: König Willem Alexander und Königin Maxima der Niederlande. Es war ein ganz besonderer Höhepunkt ihrer Amtszeit. Das Königspaar war zu Besuch an der Mosel. In Bernkastel-Kues überreichte Laura den beiden ein Präsent von Ministerpräsidentin Malu Dreyer: Weine ihrer Geburtsjahrgänge – 1971 für Máxima und 1967 für Willem-Alexander (der TV berichtete).

Laura Gerhardt hat übrigens eine ganz besondere Beziehung zu den Niederlanden. Ihre Mutter Linda ist in Haarlem, Provinz Südholland, geboren. Niederländisch ist sozusagen Lauras Muttersprache.

Als Mosel-Weinkönigin lernte sie noch weitere prominente Persönlichkeiten kennen. Im Juni dieses Jahres saß sie zusammen mit den Fernsehstars Günter Jauch und Dietmar Bär (Tatort) in der Jury, die drei Festivalweine anlässlich der zehnten Auflage der beliebten und überregional bekannten Veranstaltungsreihe „Tatort Eifel“ kürte (der TV berichtete).

Doch es gibt natürlich auch jede Menge weniger spektakulärer Termine, die eine Gebietsweinkönigin zu absolvieren hat. Sie besucht Weinfeste, ist bei Weinpräsentationen dabei, gibt Interviews. Gestern flog sie nach Berlin zum Sommerfest der Landesvertretung des Landes Rheinland-Pfalz, heute Mittag ist sie in Bernkastel-Kues dabei, wenn die Fachbefragung der vier jungen Damen beginnt, die ihre Nachfolgerin als Mosel-Gebietsweinkönigin werden wollen. Abends treten die Anwärterinnen auf die Mosel-Krone in der Mosellandhalle vor einem großen Publikum auf. In einem moderierten Bühnenprogramm mit Filmeinspielungen präsentieren sich die Bewerberinnen den Gästen und der Jury.

Und was rät Laura Gerhardt ihrer zukünftigen Nachfolgerin? „Sich selbst treu bleiben, die Zeit genießen, Spaß haben, auch wenn es mal anstrengend ist.“

Ein ganz besonderer Moment: Laura Gerhardt trifft in Bernkastel-Kues das niederländische Königspaar. . Foto: TV/Staatskanzlei Rheinland-Pfalz/Sämmer

Denkt Laura an die Wahl zur Deutschen Weinkönigin, bleibt sie gelassen. Druck verspürt sie keinen, ihr Ziel ist es, am 27. September ins Finale zu kommen. Unterstützung aus ihrer Heimat ist ihr gewiss. Ihre Familie wird in Neustadt dabei sein, ebenso Freunde, gute Bekannte, die Bürgermeister Patrice Langer und Marcus Heintel und eine Abordnung der Traben-Trarbacher Schröterzunft.

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