Von der Schule bis zum Weltkrieg

Musik, Geschichte und Jugend: Das sind die Themen des aktuellen Kreisjahrbuchs. Grund dafür die Themenauswahl ist auch ein runder Geburtstag.

Auf 200 Seiten bringt das neue Kreisjahrbuch aktuelle und historische Informationen, Gedichte und Geschichten, Anekdoten zum Schmunzeln, Unterhaltsames und vieles mehr. Das Schwerpunktthema des Kreisjahrbuchs heißt "Musik und Jugend": Musikgruppen, Instrumentalmusiker, Bands, Chöre und Menschen, deren Lebensinhalt Musik ist. Dazu kommen Erinnerungen an Musikprojekte und -strömungen. Das alles zusammen bildet den Mittelpunkt des neuen Kreisjahrbuchs. Ein Grund dafür: Die Musikschule des Landkreises feiert im nächsten Jahr ihr 50-jähriges Bestehen.

Das Kreisjahrbuch blickt aus diesem Anlass hinter die Kulissen der musikalischen Ausbildung eines halben Jahrhunderts. Wie begann sie, wie hat sie sich im Lauf der Jahrzehnte entwickelt? Ist Gesang als universelle Sprache zwischen den Generationen möglich? Wie genossen Jugendliche der 1980er Jahre ihre Freizeit und ihre Musik? Disco, Schulband und Streichorchester - besteht so etwas überhaupt heute noch nebeneinander? Ja, lautet die Antwort. "Frisch gestrichen" heißt es wie eh und je. Und so sind die jungen "Violin-Joggers" der Streicherklasse der Musikschule des Landkreises im Titelbild des Jahrbuchs zu sehen.

Das Kreisjahrbuch beschäftigt sich daneben auch mit einem ganz besonderen Aspekt der Jugend: der Schulgeschichte. Seit wann gingen Kinder zur Schule? Wie und warum wurde das Schulsystem organisiert? Wie veränderte es sich im Laufe der vergangenen zwei Jahrhunderte? Wie erging es Mädchen Anfang des 20. Jahrhunderts, die als wenige unter vielen Jungen das Abitur ablegten und studieren wollten? Wer von diesen jungen Frauen hat es geschafft, einen Doktorgrad zu erwerben? Was wurde aus ihnen? Solche und viele andere Fragen haben die Autoren und Fachleute in Geschichten gepackt, um die beiden Schwerpunkte Musik und Jugend zu Papier zu bringen.

Weiter ist im Jahrbuch die Geschichte des Landkreises zu lesen. Ein Thema zum Beispiel: Schon im 17. Jahrhundert gab es eine ganz spezielle Altersversicherung eines Ehepaares in Form eines Schenkungsvertrags. Wie dieser aussah und wie es den beiden im Alter erging. Was geschah während des Ersten Weltkrieges im Kreisgebiet, als die Niederlage der deutschen Truppen sich abzeichnete und riesige Truppen-Rückzugswellen durch das Moselgebiet schwappten? Bald danach drangen die 1918er November-Revolutionäre in die Landratsämter Bernkastel und Wittlich ein. Hatten sie leichtes Spiel oder gab es Widerstand seitens der damaligen Landräte?

Das Kaiserreich ging unter, die Republik entstand, und was danach kam, ist hinreichend bekannt - meinte man. Was dieses menschenverachtende System an Grausamkeiten hervorbrachte, wird auch heute noch in seiner ganzen Tragweite von Wissenschaftlern und Menschen, die sich ehrenamtlich kümmern, ans Tageslicht gebracht. An die unzähligen Gefangenen der Strafanstalt Wittlich im Außeneinsatz, die unter unmenschlichen Bedingungen schuften mussten, wird genauso erstmals erinnert wie an die Menschen in der Verbandsgemeinde Thalfang am Erbeskopf im Besonderen und im heutigen Gebiet des Landkreises Bernkastel-Wittlich im Allgemeinen, die den breitflächigen, fast jeden Ort erfassenden Euthanasie-Aktionen der Jahre 1941 und 1942 zum Opfer fielen.

Dagegen stehen die Erinnerung an Luthers Gedanken zum Entwurf der Rose für seinen Siegelring oder an die Wohltaten der Dernbacher Schwestern in Bernkastel-Kues als Symbole für mitmenschliche Einfühlsamkeit.

Die heutige Situation im Landkreis geben Artikel über die Natur wider. Auch hochinteressant sind die ausführlichen Vorstellungen von Menschen, die im Landkreis wirkten oder in Bezug zu ihm standen. Darunter wird an einen fast vergessenen hochgelehrten Freund des Nikolaus Cusanus und an einen streitbaren brasilianischen Kardinal sowie an Märtyrerinnen des 20. Jahrhunderts aus Kinderbeuern-Hetzhof erinnert.

Das neue Kreisjahrbuch Bernkastel-Wittlich ist ab sofort in den Buchhandlungen des Landkreises, im Einkaufszentrum Bungert in Wittlich sowie bei der Bürgerberatung der Kreisverwaltung für 7,20 Euro erhältlich.Die Autoren des Kreisjahrbuchs

Frank Wilhelmi, Stephanie Zang, Bernhard Korst, Maria Stuff, Peter Mohrs, Klaus Schmitz, Claudia Schmitt, Arnold Reichert, Martin Waxweiler, Hermann Hayer-Faas, Hans-Günther Ploes, Paul Jüngling, Elisabeth Freitag, Erwin Schaaf, Franz-Josef Schmit, Karl G. Oehms, Tobias Teyke, Valentin Hahn, Ute Engelen, Wolfgang Schmitt-Kölzer, Elmar P. Ittenbach, Renate Kirchen, Elisabeth von den Hoff, Uwe Praus, Friedbert Wißkirchen, Wilfried Gibbert, Hubertus Schulze-Neuhoff, Johannes Rösler, Kurt Stumm, Gregor Brand, Katharina Pawelke, Walter Huwer, Christian Franzen, Ewald Werland, Hubert Kappes, Hermann Berg, Henriette Nehren, Helga Neukirch, Erich Krieger, Franz Schmitt, Marianne Bühler, Helmut Noll, Bodo Bost, Marita Blahak.