Von Evita bis Starlight Express

NEUMAGEN-DHRON. (urs) Der Musikverein Lyra Neumagen hatte ins Römer-Kastell eingeladen und 200 Zuhörer folgten der Einladung. Sie wurden mit einem Potpourri moderner und vor allem rasanter Musikarrangements unterhalten.

In Stücken wie "Don't cry for me Argentina" oder dem von Bravo-Rufen quittierten "Starlight Express" konnten die 34 Aktiven im Römer-Kastell ihr Können unter Beweis stellen. Beide Werke stammen von dem Briten Andrew Lloyd Webber - seit 1997 Baron of Sydmonton. Der 1948 in London geborene Komponist machte sich darüber hinaus mit "Jesus Christ Superstar", "Cats" oder dem "Phantom der Oper" unvergessen. Entsprechend dem durchschnittlichen Musiker-Alter von nur 25 Jahren lag ein Schwerpunkt des Programms auf jungen Kompositionen wie Manfred Schneiders "Young Life". Kurzweilig gemixt wurde das Ganze mit der an einen Osterspaziergang erinnernden "Queens Park Melody" oder den "Great Movie Marches" - einem Zusammen-Schnitt bekannter Filmmelodien. Nach der Pause begeisterten Yvonne Seibel und Stefan Rogowski mit einer Show-Tanz-Einlage aus dem Musical "Elisabeth" (Sissi). Diese schloss einen Bühnen-Garderobenwechsel der Tänzerin ein, die sich von der Kaiserin zu einem Vamp wandelte. Thomas Jüngling und Marius Felzen sorgten mit einem Schlagzeugsolo für ein abwechslungsreiches Intermezzo, indem sie als Überraschungsgag einen langsamen Walzer mit einbauten. Jüngling hat beim Landesentscheid "Jugend musiziert" gewonnen und wird mit drei anderen Musikern Rheinland-Pfalz auf Bundesebene vertreten. Einen klangvollen und spritzigen Einstieg hatte der MV Lyra mit "Instant Concert" gemeistert, worunter nicht etwa Musik in der Art einer schnellen Mixtur zu verstehen ist, wie Martin Schultz die Zuhörer aufklärte. In der Aneinanderreihung verschiedenster Stücke von Wilhelm Tell bis zum Blumenwalzer seien vielmehr "alle Melodien zu einer Einheit verschmolzen." Der seit Monaten zu einer Zwangspause verdonnerte Posaunist führte humorvoll und kurzweilig durch das Programm. Dabei ermunterte er, der selbst seit 30 Jahren MV-Mitglied ist, Väter und Mütter dazu, ihre Kinder beim Musikverein anzumelden. "Da weiß man, wo sie sind", kommentierte Schultz schmunzelnd. Zum Abschluss entführten die Musiker ihre Gäste gegen Mitternacht in die 70er Jahre. Die Zuhörer forderten noch vier Zugaben. Das jährliche Ostersonntagskonzert in Neumagen hat eine jahrzehntelange Tradition. Seit wann genau es dieses Konzert gibt, wusste der 32-jährige Vorsitzende Frank Böhler auf Anhieb nicht zu sagen. Selbst Edmund Leitzgen, der dem Verein 18 Jahre lang vorstand und selbst 42 Jahre Musik machte, konnte nur vermuten, dass das Konzert wohl schon seit 40 Jahren seinen festen Platz im Veranstaltungskalender hat. Etwas enttäuscht waren die Aktiven, dass in den Reihen des Publikums 40 Plätze unbesetzt waren. Den Nachwuchs zu fördern koste Geld, so Schultz.Gold für drei Jahrzehnte als Kassierer

Ein guter Besuch der Veranstaltungen würde wertvolle Hilfe leisten. Daher dankte er allen Anwesenden für ihr Kommen. Ortsbürgermeister Willi Herres hätte sich vor allem mehr Besucher aus Neumagen-Dhron gewünscht. Und Böhler vermisste die sonst zahlreicher vertretenen Touristen. Dabei war das Konzert sogar kostenlos. Höhepunkt des Abends war die Auszeichnung verdienter Mitglieder durch Kreisschatzmeister Gerd Schmitz. Für die Treue zu seinem Amt als Kassierer erhielt Egon Krebs das Ehrenzeichen Gold "30". Das gleiche in Silber für 20 Jahre musizieren erhielten: Frank Böhler, Jürgen Leitzgen, Kerstin Lemmermeyer, Tina Luy und Joachim Schander. Barbara Krebs erhielt das Ehrenzeichen in Bronze für zehn Jahre und Thomas Jüngling und Sonja Lübeck das Jugendehrenzeichen in Silber für fünf Jahre.