Von Floßbau bis Forellenräuchern

Hunderte von Besuchern haben dem ersten "Vereinstag im Großbachtal" einen Besuch abgestattet und den veranstaltenden Enkircher Ortsvereinen ihr Lob ausgesprochen.

Enkirch. Etwas Zeit braucht es schon, den ersten Enkircher "Vereinstag im Großbachtal" zu erkunden. Immerhin windet sich das Fest mit seinen 17 Vereins-Stationen etwa zwei Kilometer am Bach entlang. Ein kurzer Plausch mit Bekannten oder die Abstecher zu den vielfältigen Angeboten sorgen jedoch für Abwechslung. Den Anfang macht die Karnevalsgesellschaft, die in ihren Wagenbauschuppen zum Narrenkappen-Basteln einlädt. Etwas oberhalb schippert die DLRG-Ortsgruppe über den Großbach, und Feuerwehr, DRK, Bauern- und Winzerverband und die Schlepperfreunde zeigen ihr Können beziehungsweise ihre Gerätschaften und Fahrzeuge. Beim Tennis-Club ist ein "Jux-Tennis" angesagt, beim Turn- und Sportverein Torwandschießen, und die Winzer-, Tanz- und Trachtengruppe sorgt im Wechsel mit Männergesangverein und Kirchenchor für Unterhaltung. An jeder Station erwartet die Gäste zudem eine Spezialität. Von Gulaschsuppe, Flammkuchen und geräucherten Forellen des "Angel Sportvereins" über Reibekuchen und "Weck, Worscht, Wein" bis zu Kuchen, Cocktails und Kinderbowle ist für jeden etwas dabei. Vor allem auch für Kinder, denen "Firlefanz" das Floßbauen beibringt, während der Hegering sie am Walderlebniswagen erwartet. Außerdem backt die "Großbach Mühlengesellschaft" Roggenbrot, der Heimat- und Verkehrsverein ist mit Kartoffel-Dämpfkolonne angerückt, die Wandergruppe zeigt Fotos und Schmetterlinge und Winzerkapelle und Mandolinenorchester spielen bis zu Friedhild Gerhards Ausstellung am Stausee auf.Die Besucher sind begeistert. "Da geht sogar Alt und Jung", genießen Inge Marx mit Elfriede Lempio, beide über 80, den Spaziergang unter den Bäumen, während andere mit der Pferdekutsche fahren. Als "alte Enkircherin" findet auch Ilse Kettermann das Fest großartig: "Das ist eine Einheit, und es kommen viele Gäste her." Es sei eine gute Idee, dass die Vereine sich so vorstellen könnten, lobt auch Margret Junkert, die eigens aus Mainz angereiste jüngere Begleiterin der drei Damen. Auch Udo Peitzmeier, der sich mit Sohn Lucas die Schlepper anschaut, hält den Vereinstag für eine gelungene Sache. "Ich find's schön, dass die Vereine mal was Gemeinsames machen", plädiert er für mehr Unterstützung der örtlichen Vereine.Genau das ist laut Ortsbürgermeister Charly Weisgerber auch Ziel des Vereinstages unter dem Motto "Enkirch lebt". Sinn und Zweck der Aktion im Rahmen von "1275 Jahre Enkirch" sei, auf die Vereine und deren Angebote aufmerksam zu machen und so eventuell neue Mitglieder zu motivieren. "Der eine oder andere weiß gar nicht, was die mehr als 20 Enkircher Vereine leisten", verweist er auf die günstigen Preise. Der Vereinstag sei keine gewinnorientierte Veranstaltung. Allerdings stellt das Fest entlang der ganzjährig von Vereinen genutzten Häuser und Schuppen entlang des Großbachs etliche Enkircher vor ein Problem. "Ich könnte heute an mehreren Stellen stehen", kommentiert Winzerchorsänger Ulli Spier, der auch in anderen Vereinen aktiv ist.